Längere Laufzeiten und Sonderlösungen
IG Metall kommt Arbeitgebern entgegen

IG-Metall-Chef Berthold Huber hat kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt der Metallindustrie Entgegenkommen signalisiert. Huber bot den Arbeitgebern in einem am Samstag veröffentlichten Interview längere Laufzeiten für einen Tarifvertrag an. Aus NRW heißt es dagegen, ein Arbeitskampf sei nur durch ein klares Signal der Arbeitgeber zu vermeiden.

HB BERLIN/DÜSSELDORF. Wenn die Lohnzahl stimme, "hätte die IG Metall kein Problem damit über 18 oder gar 20 Monate abzuschließen", sagte Huber der "Wirtschafttswoche". Zudem stellte er Unternehmen, die im Zuge der Wirtschaftskrise in Schwierigkeiten geraten sind, betriebliche Sonderlösungen in Aussicht. "Denkbar sind zum Beispiel temporäre Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnausgleich." Zugleich bekräftigte Huber die Streikdrohung der Gewerkschaft, sollte es bei den Gesprächen am Dienstag keine Einigung geben.

Huber beharrte auf der Forderung nach einer Lohnerhöhung von acht Prozent für die 3,6 Mio. Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Er räumte aber ein, dass sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert habe, seitdem die IG Metall diese Forderung im August und September beschlossen habe. Der Tarifabschluss müsse daher "Atmungsmöglichkeiten" enthalten. Die IG Metall sei "unter bestimmten Voraussetzungen zu einzelbetrieblichen Abweichungen" vom Flächentarif bereit. "Denkbar sind zum Beispiel temporäre Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnausgleich", sagte Huber. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber von 2,1 Prozent für 2009 sowie einer Einmalzahlung bezeichnete Huber als einen "Witz". "Sollte es bei diesem Angebot bleiben, müssen wir am Dienstag gar nicht mehr weiterreden." Dann werde der IG-Metall-Vorstand am Mittwoch das Scheitern der Verhandlungen beschließen, am Donnerstag die Urabstimmung einleiten und am darauffolgenden Montag den Arbeitskampf beginnen.

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