Lafarge-Aktionär: „Verhandlungen mit Holcim auf Kurs“

Lafarge-Aktionär
„Verhandlungen mit Holcim auf Kurs“

Schon am Donnerstagabend könnte der Verhandlungspoker um die Milliarden-Fusion von Holcim und Lafarge zum Abschluss kommen. Die Gespräche befinden sich laut dem zweitgrößten Lafarge-Aktionär auf einem guten Weg.
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ParisIm Verhandlungspoker um die milliardenschwere Fusion zwischen den Zementkonzernen Holcim und Lafarge hat sich erstmals ein Großaktionär zu Wort gemeldet. Der zweitgrößte Eigner von Lafarge, Nassef Sawiris, erklärte am Donnerstag, die Gespräche zwischen den beiden Seiten befänden sich auf Kurs.

„Worüber jetzt mit der Unterstützung der beiden Aufsichtsräte und aller Schlüsselaktionäre gesprochen wird, ist die Wiederherstellung einer Transaktion, die buchstabengetreu eine Fusion unter Gleichen ist“, sagte der Ägypter in einem Telefon-Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Nachdem der im vergangenen April eingefädelte Deal über Monate unbestritten schien, trat die Schweizer Seite am vergangenen Sonntag auf die Bremse. Holcim forderte angesichts des zuletzt besseren Geschäftsgangs Nachbesserungen beim Preis und opponierte angesichts seines Führungsstils Insidern zufolge gegen Bruno Lafont als Chef des fusionierten Konzerns.

Im Raum steht derzeit der Vorschlag, dass Lafont nicht Konzernchef wird, sondern sich stattdessen den Aufsichtsrats-Chefposten mit Holcim-Präsident Wolfgang Reitzle teilen soll. Mehreren Insidern zufolge könnten die Verhandlungen, die Lafarge und Holcim in Paris führen, bereits heute Abend zum Abschluss kommen. Es sei aber immer noch möglich, dass die Gespräche scheiterten.

Sawiris wollte sich nicht zu den Einzelheiten der laufenden Verhandlungen äußern. „Als Aktionär unterstütze ich eine Transaktion, in der Bruno Lafont eine wichtige Rolle in der neuen Organisation spielt, und ich glaube, dass das Holcim auch so sieht“, sagte Sawiris, der 16 Prozent an Lafarge hält.

Mit 21 Prozent verfügen die Belgier Paul Desmarais und Albert Frere über einen noch größeren Anteil. Bei Holcim kommt Thomas Schmidheiny auf rund ein Fünftel der Aktien. Sawiris ließ durchblicken, dass Lafont die CEO-Funktion abgeben wird. Unklar ist, wie sich Lafont selbst zu diesem Vorschlag stellt.

Bei einem internen Treffen mit 60 Managern sagte der Franzose einem Insider zufolge, er stehen weiterhin hinter dem geplanten Zusammenschluss. „Ich will, dass diese Fusion stattfindet und erfolgreich ist, angetrieben von der Stärke von Lafarge“, sagte Lafont. „Ich werde nicht zulassen, dass billige Tricks die Schaffung einer einmaligen Gruppe in unserer Branche gefährden.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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