Lamborghini-Chef
„China ist für uns einer der Schlüsselmärkte“

Mit Luxus kennt Stephan Winkelmann sich aus. Der Präsident und CEO von Automobili Lamborghini SpA sagt im Interview, was für ihn die Luxusklasse ausmacht, was der chinesische Markt für die Marke bedeutet und was Tradition für die Kunden bedeutet.
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Wie definieren Sie denn die Luxusklasse?

Darunter fällt alles, was zwei Türen, mehr als 400 PS und natürlich seinen Preis hat. Also Marken wie Lamborghini, Maserati, Ferrari, Aston Martin, einige Bentley-Modelle...

... und wieviel muss ein Auto ihrer erlesenen Klasse kosten?

In Europa ab 100 000 Euro, in China mindestens doppelt so viel. Das liegt an den Steuern von rund 100 Prozent, die dort aufgeschlagen werden. In China kostet so das Einstiegsmodell von Lamborghini zur Zeit 420 000 Euro, unser Topmodell 750 000 Euro. Wir als Hersteller geben den Wagen aber zum gleichen Preis wie in Europa ab.

Chinas Automarkt boomt trotz Krise. Kann davon auch ihre Marke profitieren?

Der gesamte Markt für Luxusautos ist in China eher klein, er hat ein jährliches Volumen von 600 Fahrzeugen. Man kann diesen Bereich nicht mit dem Premium-Segment und schon gar nicht mit dem Pkw-Massenmarkt vergleichen, der von Peking momentan stark gefördert wird. Im Gegenteil: Die Luxusklasse hat in China gelitten, da im September 2008 eine neue Steuer auf diese Fahreuge eingeführt wurde.

Wie hat das den Absatz beeinflusst?

Das hat dazu geführt, dass in den ersten Monaten dieses Jahres die Kaufzurückhaltung in China groß war. Deswegen wird dieses Jahr der Verkauf insgesamt im chinesischen Luxusmarkt gegenüber 2008 sinken. Lamborghini zeigt aber einen gegenläufigen Trend. Nachdem wir 2008 in China 72 Autos verkauft haben, werden wir dieses Jahr die 80 Einheiten schaffen. Damit steigt auch unser Marktanteil.

Was für ein Typ ist der Lamborghini-Kunde in China?

Jung, trendy und erfolgreich. Wir haben in China aber jetzt schon die zweite Generation als Kunden, also nicht nur die 40 bis 45 jährigen, die mit derm Aufschwung viel Geld verdient haben, sondern bereits deren Kinder um die 20 Jahre.

Würde es nicht Sinn machen, die Modelle in China zusammenbauen zu lassen?

Nein, es ist bei Luxusautos von äußerster Wichtigkeit, dass es die gleichen Fahrzeuge sind wie die, die aus dem Mutterhaus kommen. Es gibt keine regionale Adaption und viele Kunden wollen ihr Auto aus dem Originalwerk abholen. Sie kaufen die Wurzeln und die Traditon der Marke mit, da bei uns noch viel in Handarbeit gefertigt wird.

Die Krise ebbt ab, ihre Prognose für 2010?

Natürlich wollen wir im kommenden Jahr auf dem chinesischen Markt einen neuen Rekord schaffen. Ich bin froh, dass wir dieses Jahr in China zulegen konnten, obwohl der Lamborghini-Absatz weltweit auf unter 2 000 Einheiten sinken wird. China ist auch für uns einer der Schlüsselmärkte der Zukunft.

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