Lampenhersteller
Osram will in Augsburg massiv Stellen abbauen

Der von sinkenden Verkäufen geplagte Lampenproduzent hat seine Stellenabbau-Pläne konkretisiert. Besonders hart soll es den Standort Augsburg treffen, auf den allein ein Drittel der Streichliste entfällt.
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MünchenDer geplante Stellenabbau der Siemens-Leuchtmitteltochter Osram trifft auch den Standort Augsburg hart. Dort sollen bis 2014 rund 350 der bislang 1500 Stellen den Sparplänen von Osram-Chef Wolfgang Dehen zum Opfer fallen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. In Augsburg liegt ein Schwerpunkt der Produktion von traditionellen Energiesparlampen. Aufgrund des Siegeszugs der Leuchtdioden dampft Osram jedoch andere Geschäftsfelder in Deutschland ein, in den kommenden drei Jahren sollen 1050 der rund 10.000 Stellen wegfallen.

Osram hatte bereits angekündigt, dass in seinem Berliner Werk rund 400 Arbeitsplätze gestrichen werden. Die Einschnitte erstrecken sich auch in kleinerem Umfang auf die Münchner Zentrale sowie die Standorte Schwabmünchen, Eichstätt und Wipperfürth. Betriebsbedingte Kündigungen solle es nur im äußersten Fall geben.

Augsburg wird derzeit als Wirtschaftsstandort auf eine harte Probe gestellt. Infolge der Pleite und des Verkaufs des Druckmaschinenherstellers Manroland verloren jüngst fast 750 Menschen ihre Arbeitsstelle. Die Osram-Halbschwester Nokia Siemens Networks schließt ihre Niederlassung mit 100 Beschäftigten.

Auch bei Osram verbleiben am Lech nur der Spezialmaschinenbau und das Leuchtstoffrecycling. Die Siemens-Tochter ist in den vergangenen Quartalen unter Druck geraten. Experten erwarten schwierige Zeiten für Europas zweitgrößten Leuchtmittelhersteller nach Philips. Während das Geschäft mit herkömmlichen Glüh- und Energiesparlampen zurückgeht, wächst im zukunftsträchtigen LED-Bereich der Preisdruck durch asiatische Rivalen.

Die Börsenpläne für die Osram sind mittlerweile in der Schublade verschwunden. „Osram hat die Entwicklung genommen, die wir erwartet haben. Ganz klar ist Osram allerdings nicht in der Verfassung wie 2010. Daher sind wir zurzeit auch nicht wild darauf, es an die Börse zu bringen“, sagte Finanzchef Joe Kaeser jüngst. „Wenn sich die Entwicklung und das Umfeld stabilisiert haben, werden wir das Vorhaben wieder angehen.“ Die Siemens-Spitze hat allerdings eingeräumt, den optimalen Zeitpunkt dafür verpasst zu haben. Osram will sich verstärkt auf das Systemgeschäft verlegen. Siemens will künftig allerdings nicht mehr in die Tochter investieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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