Lancia/Chrysler
Neuer Chef vor schweren Aufgaben

Anfang September hat der Libanese Saad Chehab den Chefposten bei Lancia und Chrysler übernommen. Dabei steht er vor schweren Aufgaben, gerade bei den Kunden in Europa muss er viel Überzeugungsarbeit leisten.
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Düsseldorf"Wir sind besser als Audi, BMW und Lexus", tönte der damalige Chrysler-Chef Olivier Francois im März auf dem Genfer Automobilsalon. Bei Saad Chehab, seinem Nachfolger, klingt das schon anders: "Wir hoffen, dass die Fahrer von ihren Audis und BMWs satt sind und etwas anderes versuchen wollen."

Seit dem 1. September ist der 44-jährige Chehab im Amt, und es liegt viel Arbeit vor ihm. In Europa muss es die skeptischen Kunden - vor allem außerhalb des italienischen Marktes - überzeugen, dass Lancia eine echte Alternative zu den bewährten Audis, BMWS und Mercedes ist. Die US-Marke Chrysler muss er in den Vereinigten Staaten neu aufstellen und in die Wachstumsmärkte Brasilien und China führen. Beides wird nicht leicht.

Auf dem europäischen Markt tritt Chehab mit aktuell fünf Lancia-Modellen an. Von den Italienern stammen der Minivan Musa (seit 2004), der Kleinwagen Ypsilon (2011) und der Golf-Konkurrent Delta (2008). In diesen unteren Segmenten ist der Preisdruck groß, es lassen sich nur geringe Margen erzielen. Die Hoffnung ruht auf den Modellen Thema und Voyager, die von Chrysler stammen und jetzt das Lancia-Logo tragen. Der Thema ist ein Chrysler 300C mit einer leicht angepassten Frontpartie, der Voyager entspricht dem gleichnamigen Van aus der Modellpalette der Amerikaner.

Doch der Plan, amerikanische Autos in Europa zu etablieren ist riskant. Der Vorgänger des Thema entstand während der Ehe von Daimler und Chrysler. Trotz einiger Mercedes-Bauteile und auch einem zeitgemäßen Dieselmotor aus dem Regal der Schwaben konnte der 300C bei den europäischen Kunden nicht punkten - auch sein günstigerer Preis überzeugte nicht. Zwischen Januar und August kamen Audi A6, der BMW 5er und die E-Klasse von Mercedes in Europa auf zusammen über 200.000 verkaufte Einheiten. Der - zugegeben alte - Chrysler 300C verkaufte sich nur 411 Mal.

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