Landesbürgschaft nicht in Sicht
Merckle garantiert mit Privatvermögen

Der nach Fehlspekulationen angeschlagene Unternehmer Adolf Merckle soll jetzt nach Angaben aus informierten Kreisen erstmals "persönliche Garantien" mit seinem Privatvermögen abgegeben haben, berichtet Bloomberg.

STUTTGART. Merckle ist unter Zugzwang, nachdem er am Dienstag beim Ausloten für eine Landesbürgschaft auf Widerstand bei der Regierung gestoßen war. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hatte darauf verwiesen, es werde genau geprüft, was das Unternehmen, die Banken und Merckle persönlich beitragen könnten.

Eine Bürgschaft dürfte für Ministerpräsident Oettinger politisch nicht vermittelbar sein. Bedenken kamen auch aus den eigenen Reihen, aber vor allem vom Fraktionsvorsitzenden des Koalitionspartners FDP, Ulrich Noll. FDP-Wirtschaftsminister Ernst Pfister stellte gestern klar: "Die Idee einer Regierungsgarantie ist vom Tisch." Er sei zuversichtlich, dass die 40 beteiligten Banken und Merckle eine tragfähige Lösung fänden.

Die Familie muss jetzt wohl mit einem Teil ihres Vermögens die Rettung ihrer VEM Vermögensverwaltung finanzieren, heißt es in Finanzkreisen. Dies dürfte dazu beitragen, auch die Risiken für andere Firmen der Familie zu verringern. Zum Merckle-Imperium gehören die nach einer Übernahme mit 12,3 Mrd. Euro verschuldete Heidelberg Cement, der Pharmahersteller Ratiopharm und der Pharma-Großhändler Phoenix.

Bisher hat Merckle sich dagegen gesträubt, Garantien für die bis zu 1,1 Mrd. Euro abzugeben, die er für den Ausgleich der Verluste bei VEM und die Umschuldung von Krediten seiner Gesellschaft Spohn Cement GmbH benötigt. Spohn hält rund 54 Prozent an Heidelberg Cement. Die jetzige Zusage, dürfte den Banken ein Stillhalteabkommen erleichtern. Merckle braucht Zeit, um nicht überhastet Ratiopharm verkaufen zu müssen. Aber noch haben nicht alle Banken zugestimmt. mwb/shf

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