Landespolitik schaltet sich in Verhandlungen ein
Züblin-Übernahme bewegt die Schwaben

In den Bieterkampf um die Übernahme des Stuttgarter Baukonzerns Ed. Züblin mischt sich zunehmend die Politik ein. Um den Verkauf eines Aktienpakets von 48,7 Prozent,zu verhindern gemeinsam mit der Landespolitik an einer „schwäbischen Lösung“ gearbeitet.

DÜSSELDORF. In den Bieterkampf um die Übernahme des Stuttgarter Baukonzerns Ed. Züblin mischt sich zunehmend die Politik ein. Um den Verkauf eines Aktienpakets von 48,7 Prozent, das bei der Münchener BayernLB geparkt ist, an die österreichische Strabag zu verhindern, wird in Stuttgart gemeinsam mit der Landespolitik an einer „schwäbischen Lösung“ gearbeitet.

Um die Unabhängigkeit Züblins zu erhalten, hat sich die Stuttgarter Familie Lenz, die als Großaktionär von Züblin ebenfalls um das Aktienpaket mitbietet, mit Landespolitikern verbündet. Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger ist bereits bei der BayernLB vorstellig geworden.

Oettinger will die Konzernzentrale von Züblin unbedingt im Land halten. Er fürchtet die Abwanderung eines Steuerzahlers und den Verlust von Arbeitsplätzen. Gleichzeitig hat die Familie Lenz dem Vernehmen nach mit der MW Zander-Holding auch einen industriellen Partner aus der Region gefunden, um die „Stand-Alone-Lösung“ für Züblin abzusichern. Das in Stuttgart ansässige Technologie-Unternehmen gehört zur Jenoptik-Gruppe, deren ehemaliger Vorstands- und heutiger Aufsichtsrats-Chef Lothar Späth außerdem Ministerpräsident von Baden-Württemberg war.

Laut Branchenkreisen soll MW Zander, im Anlagenbau und Gebäudemanagement tätig, 25,1 Prozent der Züblin-Anteile von der BayernLB übernehmen und die Familie Lenz den Rest. Zur Absicherung der Finanzierung soll die Landesregierung Bürgschaften in Aussicht gestellt haben. Dabei ist von einem einstelligen Millionenbetrag oder auch von 15 Mill. Euro die Rede. Hauptfinanzier der Lenz-Gruppe soll die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sein.

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