Landmaschinenbauer mit starken Zahlen Claas profitiert vom Trend zum Mega-Bauernhof

Massentierhaltung und riesige Felder: Die stärkere Konzentration in der Landwirtschaft treibt Umsatz und Gewinn des Mähdrescherspezialisten Claas. Vor allem in einer Region will der Landmaschinenbauer weiter wachsen.
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Der Landmaschinenbauer profitiert von der Konzentration in der Landwirtschaft. Quelle: dpa
Mähdrescher von Claas

Der Landmaschinenbauer profitiert von der Konzentration in der Landwirtschaft.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDas Auf und Ab der Nachfrage gehört für Landwirte zum Erfahrungsschatz wie schlechtes Wetter. Vier Jahre dauerte die jüngste Delle mit stark gefallenen Milch- und Getreidepreisen, seit diesem Frühjahr ist die Zuversicht wieder zurückgekehrt. Doch der Einbruch weltweit hinterließ tiefe Spuren: So hat sich der Trend zu immer größeren Höfen noch einmal beschleunigt. Gab es 2003 in Deutschland  noch 28.000 landwirtschaftliche Betriebe, die mehr als 100 Hektar beackert haben, waren es in diesem Jahr schon 37.000.

Die Zahl der Kühe pro Betrieb stieg im gleichen Zeitraum im Durchschnitt von 40 auf 60 Tiere. Diese Entwicklung betraf auch andere europäische Länder wie Frankreich. „Die weltweite Konzentration wird weitergehen“, sagte der neue Chef des ostwestfälischen Landtechnikherstellers Claas, Hermann Lohbeck, am Mittwoch in Düsseldorf. „Die Vorstellung ist eine Illusion, dass dieser Trend jemals nachlassen wird.“

Für den Hersteller von Traktoren, Mähdreschern und Feldhäckslern ist das eine gute Nachricht. Denn parallel zu immer größeren Bauernhöfen wächst deren Bedarf an immer leistungsfähigeren Maschinen – bald sieben Milliarden Menschen wollen ernährt werden. Gleichzeitig steigen die Qualitätsansprüche der Verbraucher an hochwertigen Lebensmitteln. Daran ändern auch kurzfristige Konjunkturzyklen wenig.

Um die Nachfrage zu bedienen, setzt Claas auf immer größere Maschinen: So stieg die durchschnittliche PS-Leistung eines Feldhäcksler in den vergangenen Jahren von 430 auf 576 PS, die eines Mähdreschers von 260 auf 374 PS. Dank dieser Aufrüstung haben die Ostwestfalen die vierjährige Flaute verhältnismäßig gut überstanden.

Giganten auf dem Acker
Claas Axion 960
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Der Bauer von heute arbeitet mit Bildschirm. Das zeigen etliche Neuheiten auf der diesjährigen Landmaschinenmesse Agritechnica in Hannover. Auch das überarbeitete Spitzenmodell des Landmaschinenherstellers Claas hat nicht nur 445 PS, sondern auch einen Touchscreen im Führerhaus.

Deutz Serie 7
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Der traditionsreiche Traktorenhersteller Deutz hat seiner Spitzenserie einen neuen 6,1-Liter-Motor verpasst. Damit ziehen die grünen Riesen auch schweres Gerät.

Fendt Vario MT
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Der erste Raupenschlepper von Fendt erleichtert in seinen drei Varianten die Feldarbeit enorm und leistet zwischen 380 und 431 PS.

Case IH Quadtrac 540
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Satte 613 PS bringt der Quadtrac 540 CVX auf den Acker - und das mit einem stufenlosen Getriebe von ZF. Der Hersteller bietet mit dem 500 CVX und dem 470 CVX auch zwei weniger leistungsfähige Modelle aus der Baureihe.

Case IH Puma CVX
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Eine adaptive Lenkung macht auch den mächtigen Puma des amerikanischen Traktorenherstellers leichter manövrierfähig.

Valtra T-Serie
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Der finnische Traktorenhersteller hat seine T-Serie erweitert. Die neueste Generation bekommt eine Multitouch-Armlehne und einen 9-Zoll-Bildschirm, mit denen die Feldarbeit leichter werden soll.

Holmer Terra Variant 435
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Der Mercedes-Dieselmotor dieses neuen leichten Trucks des Herstellers Holmer erfüllt zwar die neusten Abgasvorschriften. Stinken dürfte dieser Feldarbeiter aber trotzdem. Das Modell ist zum Gülletransport gedacht.

Bereits in diesem Jahr ging es wieder aufwärts: Der Umsatz stieg um 3,6 Prozent auf 3,76 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern verdoppelte sich auf 184 Millionen Euro. In den Krisenjahren blieb der Umsatz halbwegs stabil, nur der Gewinn war im vergangenen Jahr kräftig abgesackt: Doch das Familienunternehmen mit einer Liquidität von fast einer Milliarde Euro und einer Eigenkapitalquote von rund 40 Prozent steckt so ein schwächeres Jahr mit ein paar Drehungen an den betriebswirtschaftlichen Stellschrauben eher locker weg.

Und 2018 soll der positive Trend anhalten. „Die globalen Landtechnikmärkte werden sich weiter erholen“, sagte Lohbeck voraus, „getrieben von intelligenten Lösungen für mehr Effizienz.“ Der Grund für den Optimismus: „In den Ackerbau- und Milchviehbetrieben wird wieder mehr Geld verdient.“ Allerdings werden die Bäume für die Bauern nicht in den Himmel wachsen: Lohbeck rechnet mit Zuwachsraten im kleineren einstelligen Prozentbereich.

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  • „Große Hoffnung auf mehr Effizienz in der Landwirtschaft setzt Claas auf die Digitalisierung und investiert hier kräftig in neue Software- und IT-Lösungen. Eine noch stärkere Automatisierung beim Pflügen, Säen, Ernten, aber auch Fahrerassistenzsysteme im modernen Maschinenpark sollen für höhere Leistung, weniger Kraftstoffverbrauch und bessere Bodenschonung sorgen.“

    Natürlich sind heute für eine effiziente Landwirtschaft IT-Lösungen genauso notwendig wie überall sonst auch. Und bessere Bodenschonung ist schon mal sehr gut.

    Allerdings, zu „Massentierhaltung und riesige Felder“:

    Nachhaltige (= zukunftsfeste) Landwirtschaft bedeutet erwiesenermaßen etwas anderes als Monokulturen auf riesigen Feldern und Massentierhaltung in zu engen Ställen (oder „Fabriken“).

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