Landwirtschaft
Internationale Unternehmen sahnen ab

Die Preise für Weizen, Reis und andere wichtige Agrarrohstoffe und Lebensmittel sind in den vergangenen zwölf Monaten rund 40 Prozent nach oben geschnellt. Diese Hausse bietet allen Unternehmen, die in der Landwirtschaft tätig sind, große Wachstumschancen. Deutsche Unternehmen spielen beim Agrarhandel bisher aber nur die zweite Geige.

DÜSSELDORF. Die Deutsche Börse hat auf die Preisentwicklung bereits reagiert und bildet die Kursentwicklung von 40 Unternehmen aus dem Agrarbereich seit 2007 im "Dax-Global Agribusiness Index" ab. Wie nicht anders erwartet, zeigt die Kursentwicklung seitdem steil nach oben.

Neben Agrochemie-Konzernen wie Monsanto oder Syngenta profitierten bisher auch Hersteller von Landwirtschaftsmaschinen wie Deere oder Komatsu sowie Groß- und Außenhändler wie die Unternehmen der so genannten ABCD-Gruppe (ADM, Bunge, Cargill und Dreyfus) vom Agrarboom.

Von der ABCD-Gruppe geben aber lediglich die börsennotierten US-Agrarhändler Archer Daniels Midland (ADM) und Bunge einen detaillierten Einblick in die Geschäftsentwicklung. So legte Bunges Umsatz 2007 um 44 Prozent auf 37,8 Mrd. Dollar zu, der operative Gewinn sogar um fast 50 Prozent auf 1,1 Mrd. Dollar.

Bei ADM stieg der Umsatz immerhin noch um rund 20 Prozent auf 44 Mrd. Dollar. Der operative Gewinn hatte sich zum Jahreswechsel mit mehr als zwei Mrd. Dollar gegenüber dem Jahr 2004 sogar fast verdoppelt. ADM ist zu 80 Prozent an dem deutschen Marktführer Toepfer International beteiligt, der zuletzt 7,5 Mrd. Euro erlöste. Doch verglichen mit den internationalen Großkonzernen - der Marktführer Cargill erzielte 2007 einen Jahresumsatz von umgerechnte 56 Mrd. Euro - wirken die deutschen Agrarkonzerne in der Mehrzahl wie Zwerge.

Allein die Münchner Baywa AG kommt auf eine annähernd respektable Größe von mehr als 7,2 Mrd. Euro Jahresumsatz. Die Münsteraner Agravis AG, die ihrerseits über eine kleine Beteiligung am Marktführer Toepfer International enge Kontakte zum multinationalen Geschäft des US-Konzerns ADM pflegt, setzte zuletzt immerhin noch fast 4,5 Mrd Euro um. Doch den übrigen deutschen Agrargroßhändlern kommt allenfalls noch eine gewisse nationale Bedeutung zu. Auch sind die Möglichkeiten für Investoren, an der positiven Entwicklung des Agrarsektors in Deutschland teilzuhaben, begrenzt. So ist nur Baywa börsennotiert, während alle anderen Marktteilnehmer privatwirtschaftlich oder genossenschaftlich organisiert sind.

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