Lang erwarteter Impfstoff ist offenbar ineffizient
Merck unterbricht Studie zu Aids-Mittel

Der US-Pharmakonzern Merck hat die Tests für einen Aids-Impfstoff wegen Ineffizienz unterbrochen. Das Serum galt als eines der aussichtsreichsten Medikamente im Kampf gegen das HI-Virus.

HB NEW YORK. Merck hatte sich bislang immer optimistisch über das Mittel geäußert, das es seit einem Jahrzehnt testet. Nun empfahl ein unabhängiges Daten-Überwachungs-Institut, keine Freiwilligen mehr dem Impfstoff auszusetzen, weil die Versuche zum Scheitern verurteilt seien.

„Niemand weiß, ob wir jemals einen effektiven Impfstoff gegen das HI-Virus haben werden, weil das Virus einfach so eine große Herausforderung ist“, sagte Merck-Manager Mark Feinberg. Ein weiterer hochrangiger Mitarbeiter des Unternehmens sagte, noch sei unklar, ob Merck andere Impfstoffe gegen das HI-Virus entwickeln werde. Zunächst würden die vorliegenden Daten ausgewertet.

Ein großer Test mit dem Medikament in Südafrika wurde vorerst gestoppt. Erste Ergebnisse hätten eine gute Reaktion des Immunsystems gezeigt, doch es scheine nun so, als ob dies nicht unbedingt zur Abwehr der Aidsviren führe, sagte die Chefwissenschaftlerin des Impfstofftests in Südafrika, Glenda Gray vom Chris Baragwanath Hospital in Soweto.

Etwa 700 Menschen waren an dem Versuch mit dem Codenamen Phambili beteiligt, der an fünf Orten in Südafrika im Februar 2007 gestartet war. Der Impfstoff sollte gegen den Viren-Subtyp C schützen, der in Afrika verbreitet ist. Vorangegangene Versuche hatten zunächst einige Erfolge dieses Präparats gegen den Viren-Subtyp B gezeigt. Nun hatten Zwischenergebnisse von Tests in Regionen mit dem Subtyp B, wie den USA und Australien, jedoch ergeben, dass der Stoff wahrscheinlich nicht vor HIV schützt.

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