Langstreckenflugzeuge
Airbus-Chef gesteht Fehler ein

Die harsche Kritik wichtiger Großkunden gegenüber Airbus zeigt Wirkung. Airbus-Chef Gustav Humbert hat am Montag in Toulouse erstmals mögliche Änderungen im Programm für Langstreckenflugzeuge angekündigt.

MÜNCHEN. „Ich möchte bemerken, dass Airbus seinen Kunden zuhört. Wir sind bereit, besondere Anstrengungen zu unternehmen, um auf ihre Erwartungen einzugehen“, sagte Humbert vor Journalisten. Welche Konsequenzen der europäische Flugzeughersteller ziehen will, ließ Humbert offen. Experten gehen davon aus, dass vor allem das geplante Großraumflugzeug A350 noch einmal modifiziert wird.

Airbus ist zwar mittlerweile vor Boeing der größte Hersteller von zivilen Flugzeugen weltweit. Im Gegensatz zu den Amerikanern wächst das Unternehmen aber vor allem im Marktsegment für Kurzstreckenflugzeuge. Im Geschäft mit Langstreckenmaschinen, die für die Hersteller wesentlich größere Margen abwerfen, ist Boeing aber nach wie vor Marktführer und baut bei den Bestellungen seinen Vorsprung weiter aus. So kommt Konkurrent Boeing mit seiner 787 nicht nur zwei Jahre früher auf den Markt. Der Konzern hat auch mit 350 Bestellungen für den neuen Jet doppelt so viele Kundenorders in den Büchern wie Airbus für seine A350.

Erst am Wochenende hatte Singapore-Airlines-Chef Chew Choon Seng die Airbus-Strategie kritisiert. Airbus habe bislang zu wenig getan, um die A350 attraktiver zu machen, sagte der Airline-Chef, der demnächst einen Milliardenauftrag für Großraumflugzeuge vergeben will. Auch A350-Kunde ILFC verlangt Änderungen. Bereits Ende Februar hatte die weltgrößte Leasingfirma die Airbus-Palette bei Maschinen mit mehr als 250 Sitzplätzen kritisiert. Der Flugzeugbauer solle die bisherigen Planungen für die neue mittelgroße A350 einstellen und dafür einen technisch fortschrittlicheren Typ auf den Markt bringen, forderte ILFC-Gründer Steven Udvar-Hazy auf einer Luftfahrtkonferenz in Orlando. Dieser neue Airbus-Typ könne dann auch die A340-Familie ablösen, die sich inzwischen kaum noch verkaufen lässt. Wenige Tage später verschob der Airbus-Renommierkunde Emirates den Kauf von 20 Jets des Typs A340-600 im Wert von 4,2 Mrd. Euro. Die Staatsfluglinie aus dem arabischen Emirat Dubai ist mit ihrer Ausrichtung auf Langstrecken größter Kunde der beiden Airbus-Baureihen A340 und A380.

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