Lanxess-Chef Heitmann
„Wir sind dort, wo alle hinwollen“

Axel Heitmann will den Chemiekonzern Lanxess vom Massenmarkt abgrenzen. Im Interview erläutert der Vorstandsvorsitzende seine teils riskante Wachstumsstrategie - und warum er trotzdem daran glaubt.
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Handelsblatt: Herr Heitmann, vor wenigen Monaten haben Sie den Großteil Ihrer Lanxess-Aktien verkauft. Würden Sie das aus heutiger Sicht noch einmal so machen?

Axel Heitmann: Dazu ist doch schon alles gesagt. Die Gründe für diesen Verkauf waren rein privater Natur und hatten mit der Unternehmensentwicklung nichts zu tun. Daran hat sich nichts geändert. Das habe ich damals allen Beteiligten so erläutert. Und das ist auch so verstanden worden.

Manche Aktionäre haben das offenbar nicht gleich verstanden, sonst wäre der Kurs zunächst doch nicht so eingebrochen. Hätte man das insofern nicht besser kommunizieren müssen?

Den eigenen Aktienkurs sollte man als Vorstandsvorsitzender nicht kommentieren. Aber schauen Sie sich den Kursverlauf und alle externen Faktoren um diesen Zeitpunkt herum einmal genau an. Und was die Kommunikation betrifft: Wo fängt privat an? Wo hört es auf?

Für die Öffentlichkeit ist es nicht leicht zu begreifen, wenn ein Unternehmenslenker 90 Prozent seiner Aktien verkauft.

Ich besitze ja immer noch rund 20.000 Lanxess-Aktien. Das ist mehr als die meisten deutschen Vorstände an ihren Unternehmen halten. Mein Commitment zum Unternehmen ist genauso stark wie am ersten Tag. Ich habe kürzlich meinen Vertrag verlängert, habe das Vertrauen des Aufsichtsrats und habe tolle Pläne für Lanxess.

Manche interpretierten den Deal vielleicht trotzdem als Indiz für getrübte Aussichten.

Lassen wir doch mal die Fakten sprechen: Wir haben Rekordergebnisse für das zweite Quartal publiziert, Rekordergebnisse für das dritte Quartal, und werden auch für das Gesamtjahr ein Rekordergebnis erzielen. Während andere Chemiefirmen ihre Prognosen reduzierten, haben wir die Prognose für 2011 vor wenigen Wochen bestätigt und erwarten nunmehr einen Anstieg unseres Betriebsgewinns vor Abschreibungen (Ebitda) um ein Fünftel auf rund 1,1 Milliarden Euro.

Stellen die wachsenden Konjunkturrisiken das nicht infrage? Der US-Konzern Dupont hat seine Prognose im Oktober auch angehoben und musste sie inzwischen wieder korrigieren.

Wir stehen zu unserer Guidance. Der Konsensus der Analysten geht sogar von einem noch höheren Ergebnis aus. Und auch das macht mich nicht nervös. Wir haben die Erwartungen, die an uns gestellt wurden, bisher immer erfüllt.

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