Lanxess
Fabrik-Lego im Maßstab 1:1

3 000 Teile, 1  100 Tonnen, fünf Schiffsladungen: Der Chemiekonzern Lanxess hat ein Werk von Texas komplett nach China verlegt. Diese Woche war Produktionsstart.

WEIFANG. Überall diese Betonklötzchen: Mal ruhen auf ihnen die Füße der mit Chemikalien gefüllten Tanks, vor dem Verwaltungsgebäude sind auf die Betonsockel Gestänge oder Pumpen geschraubt. „Diese Klötze sind sehr wichtig“, sagt Michael Pies, Produktionsleiter bei Lanxess: „Sie sind der Fußabdruck unserer Fabrik.“

Wie eine Blaupause markieren die Klötzchen den Aufbau einer gesamten Fabrik. „Genau so, wie alles in Texas gestanden hat“ – bis Anfang 2005. Nun steht das Werk des Leverkusener Chemiekonzerns am Rande von Weifang, einer Industriestadt in der chinesischen Provinz Shandong.

Abmontiert, eingepackt, umgezogen. Jedes Rohr, jedes Ventil, jede Schraube. 3 000 Einzelteile, Gesamtgewicht über 1 100 Tonnen. Jedes Teil nummeriert, beschriftet und fotografiert. 85 Container oder fünf Schiffsladungen. Von Baytown, Texas, ins mehr als 10  000 Kilometer entfernte Weifang, China, um dort genau nach dem Grundriss der Betonklötze wieder aufgebaut zu werden. Eine Art Fabrik-Lego – nur eben im Maßstab 1:1.

„Und das in nur 18 Monaten“, sagt Produktionsleiter Pies und schüttelt ungläubig den Kopf. Dennoch war der promovierte Chemiker sofort dabei, als er vor zwei Jahren erfuhr, dass er diesen gigantischen Wanderzirkus organisieren müsse: „Ich habe schon als Student gerne Autos auseinander und wieder zusammengeschraubt“, flachst der 44-Jährige.

In dieser Woche hat es Pies geschafft. Der neue Standort von Lanxess in China nahm den Betrieb auf. Zur Einweihung kamen Bürgermeister und Parteisekretär. Es gab Trommelwirbel, Drachentänze und viele optimistische Trinksprüche. Schließlich ist das Anfang 2005 aus der Bayer AG ausgegliederte Unternehmen der erste ausländische Konzern, der in der Provinzstadt investiert.

Lanxess-Chef Axel Heitmann lobt die Reise seiner Fabrik um die Welt als wichtiges Investment. „Wir sind quasi über Nacht zum größten Produzenten von Hydrazinhydrat in Asien geworden“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Hier ist der Zukunftsmarkt. Hydrazinhydrat steckt in Massenprodukten wie Schuhsohlen, Autokonsolen und Fensterrahmen, die immer öfter aus Asien kommen. „Wo wir eine Anlage brauchten, hatten wir keine; und dort, wo wir eine hatten, brauchten wir sie nicht“, sagt Heitmann.

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