Lanxess steigert Gewinn: Neuausrichtung gibt Chemiekonzern Rückenwind

Lanxess steigert Gewinn
Neuausrichtung gibt Chemiekonzern Rückenwind

Der Spezialchemiekonzern Lanxess lässt die Krise hinter sich. Mit Rückenwind durch den schwächeren Euro und dank hoher Einsparungen legte der Gewinn im vergangenen Jahr kräftig zu. Doch der Konzern bleibt vorsichtig.

KölnNach einem deutlichen Gewinnanstieg im vergangenen Jahr erwartet der Spezialchemiekonzern Lanxess 2016 wegen des harten Wettbewerbs im Kautschukgeschäft keine großen Sprünge. „Wir gehen davon aus, dass wir in gutem Fahrwasser unterwegs sein werden“, sagte Vorstandschef Matthias Zachert am Donnerstag in Köln. Das Unternehmen sei gut ins Jahr gestartet. Bei synthetischen Kautschuken, bei denen Lanxess Weltmarktführer ist, erwartet der Vorstand aber ein anhaltend herausforderndes Wettbewerbsumfeld. „Der Markt ist momentan von Überkapazitäten geprägt und wir haben relativ volatile Rohstoffmärkte“, sagte Finanzchef Michael Pontzen. Das könnte zu zusätzlichem Margendruck führen.

Mit der im vergangenen Jahr vereinbarten Partnerschaft mit Saudi Aramco sieht sich Zachert aber gut gerüstet. Das Kölner Unternehmen bringt sein schwächelndes Geschäft mit synthetischem Kautschuk in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem saudischen Ölgiganten ein, das am 1. April - und damit früher als geplant - an den Start gehen wird. Lanxess spült das etwa 1,2 Milliarden Euro in die Kassen.

Zachert hatte bereits angekündigt, einen Teil des Geldes neben Investitionen in weniger zyklische Geschäfte auch für Aktienrückkäufe und zur Schuldensenkung verwenden zu wollen. Auch Zukäufe sind geplant. „Wir werden an der Konsolidierung aktiv teilnehmen“, sagte Zachert. Dabei konzentriere sich der Vorstand aber auf mittelgroße Ziele.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Lanxess mit einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) zwischen 880 und 930 Millionen Euro und damit womöglich etwas weniger als im vergangenen Jahr. Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg auf 933 Millionen Euro prognostiziert. Der verhaltene Ausblick sorgte für Enttäuschung an der Börse: Lanxess-Aktien gehörten mit einem Minus von mehr als zwei Prozent auf 41,20 Euro zu den größten Verlierern im Nebenwerteindex MDax. Im vergangenen Jahr hatte sich der bereinigte Betriebsgewinn noch um knapp zehn Prozent auf 885 Millionen erhöht. Zachert hatte 2015 – dem Jahr der Neuausrichtung von Lanxess - dreimal die Ergebnisziele erhöht und zuletzt zwischen 860 und 900 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Für das erste Quartal rechnet der Vorstand nach einem guten Jahresstart noch mit etwas mehr Schwung und geht von einem bereinigten Betriebsgewinn von 240 bis 260 (Vorjahreszeitraum: 229) Millionen Euro aus. Im Geschäft mit synthetischem Kautschuk würden im Jahresverlauf aber weitere Kapazitäten der Wettbewerber Exxon und Sabic auf den Markt kommen. "Wir sind nicht blauäugig und möchten das entsprechend berücksichtigen", sagte Zachert mit Blick auf die Ergebnisprognose.

Zachert hatte Lanxess mit einem umfangreichen Sparprogramm wieder auf Kurs gebracht. „Die Neuausrichtung trägt Früchte“, urteilte Pontzen. „Lanxess steht heute mit einer deutlich stärkeren Ertragskraft und Finanzlage dar, als es das in den letzten Jahren getan hat.“ Davon profitieren auch die Aktionäre, die eine zehn Cent höhere Dividende von 60 Cent je Aktie erhalten sollen. Unter dem Strich verdiente Lanxess 2015 165 Millionen Euro nachdem vor Jahresfrist noch 47 Millionen zu Buche standen. Dem MDax-Konzern kamen neben dem Sparkurs auch der starke Dollar und niedrigere Rohstoffkosten zugute. Der Umsatz lag bei 7,9 Milliarden Euro, ein Rückgang von gut einem Prozent. Grund sind niedrigere Verkaufspreise, zu denen sich das Unternehmen wegen der geringeren Rohstoffkosten gezwungen sieht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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