Laserspezialist LPKF
Weniger Neuaufträge als erwartet

LPKF hofft weiter auf bessere Zeiten: Der Elektronikausrüster hat in den ersten Monaten des Jahres weniger Neuaufträge verzeichnet als erwartet. Besserung ist nicht in Sicht – auch dieses Jahr werde „kein Selbstläufer“.
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HamburgBeim Elektronikausrüster LPKF zeichnet sich nach einem Gewinnrückgang im abgelaufenen Jahr noch keine Wende ab. In den ersten Monaten 2015 seien weniger Neuaufträge eingegangen als erwartet, sagte Finanzvorstand Kai Bentz der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Er hofft dennoch, dass sich der Ordereingang in den nächsten Monaten noch erhöht. Dabei setzen die Niedersachsen darauf, dass sie auch die zweite Hälfte eines chinesischen Großauftrags über insgesamt fünf Millionen Euro erhalten. Die erste Hälfte war unlängst verbucht worden. Die im TecDax notierte LPKF-Aktie brach nach Vorlage der Zahlen ein.

Die Auftragsverschiebung führte im vergangenen Jahr dazu, dass LPKF seine Geschäftsziele herunterschrauben musste. Der Betriebsgewinn halbierte sich nahezu auf 12,7 Millionen Euro. Der Umsatz sank um rund acht Prozent auf knapp 120 Millionen Euro. Analysten hatten etwas mehr erwartet. „Wir hatten uns für 2014 viel mehr vorgenommen, aber der schwache Auftragseingang in zwei von sechs Produktbereichen hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, räumte Vorstandschef Ingo Bretthauer ein.

Unter dem Strich blieb ein Reingewinn von 8,5 Millionen Euro, 44 Prozent weniger als im Jahr davor. Daraus soll den Aktionären eine auf zwölf (25) Cent je Anteilsschein halbierte Dividende zufließen.

Rasche Besserung ist für Anteilseigner und Investoren allerdings nicht in Sicht. Bentz sagte, 2015 werde „kein Selbstläufer“: „Wir haben uns in den vergangenen Monaten recht schwer getan, weil sich der ein oder andere Auftrag nach hinten verschoben hat.“ Es gebe zwar nach wie vor keine Stornierungen. „Aber der Auftragseingang ist schwächer, als wir das erwartet haben.“ Bentz begründete dies mit Verschiebungen in der Elektronikindustrie. Nach einem Boom 2013 in Südkorea habe sich das Geschäft mit Fertigungstechnik für Smartphones inzwischen stärker nach China verlagert. Zugleich hielten sich etablierte Hersteller mit Investitionen noch zurück.

Der Finanzvorstand bekräftigte dennoch die Prognose für einen Umsatz zwischen 128 und 136 Millionen Euro und eine operative Rendite (Ebit-Marge) von zwölf bis 15 Prozent. Das Management bezeichnete die Ziele allerdings als „ambitioniert“. Dies und das schwache Abschneiden im vergangenen Jahr kamen an der Börse nicht gut an. Die Aktie von LPKF verlor in der Spitze mehr als elf Prozent und war der mit Abstand schwächste Wert im TecDax.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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