LaSorda übernimmt Marketing und Vertrieb
Chrysler-Chef soll Autos an den Mann bringen

Anfang des Monats hatte Daimler-Chrysler den Marketing- und Vertriebschef der US-Tochter Chrysler versetzt, weil er den gesunkenen Absatzzahlen nicht Herr wurde. Den Job übernimmt nun Chrysler-Chef Tom LaSorda zusöätzlich zu seiner bisherigen Aufgabe. Leicht wird das nicht, denn das Unternehmen hat große Probleme.

HB DETROIT. Die Personalie bestätigte Chrysler am Sonntag. Zunächst hatte die „Detroit News“ am Samstag von der Entscheidung LaSordas berichtet, die Verantwortung für Vertrieb und Marketing bei Chrysler selber zu übernehmen. Ein Chrysler-Sprecher sagte, LaSorda habe diese Entscheidung schon Anfang des Monats getroffen.

Chrysler kämpft seit geraumer Zeit mit rückläufigen Absatzzahlen. Anfang der Monats hatte der Automobilhersteller daraus die Konsequenz gezogen und bekannt gegeben, dass der Vertriebs- und Marketingleiter Joe Eberhardt das Unternehmen verlassen und zur Mercedes-Benz-Vertriebsorganisation in den USA zurückkehren werde. Von dort war er drei Jahre zuvor gekommen. Einen Nachfolger ernannte der Konzern zunächst nicht. Die Vertriebsmanager der zweiten Führungsebene sollten vorerst direkt an Chrysler-Chef Tom LaSorda berichten.

Eine Management-Ebene unter Eberhardt hatte Chrysler schon im Frühjahr und Sommer vier Führungskräfte ausgetauscht. Für das dritte Quartal hatte Chrysler einen Verlust von 1,16 Mrd. Euro ausgewiesen, der Absatz ging um 14 Prozent zurück. Seit Jahresbeginn sind die Verkaufszahlen um 7 Prozent gesunken. Deswegen steht auch LaSorda unter Druck. Ein Sanierungsplan für die Nummer drei unter den Autoherstellern in den USA soll Anfang 2007 stehen.

Der Chrysler-Sprecher wies am Sonntag aber einen Bericht der „New York Times“ vom Freitag zurück, demzufolge LaSorda zum Mutterkonzern Daimler-Chrysler zurück beordert und auf diese Weise der Weg für einen neuen Chrysler-Chef frei gemacht werden soll. Daimler-Chrysler stehe nach wie vor zu LaSorda, sagte der Sprecher.

Der aus Deutschland stammende Eberhardt war im Juni 2003 vom heutigen Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche als Vertriebschef zu Chrysler geholt worden, nachdem er sich bei Mercedes-Benz in Großbritannien bewährt hatte. Bei den US-Händlern machte er sich in jüngster Zeit allerdings unbeliebt. Er habe sie unter Druck gesetzt, immer mehr Autos zu verkaufen, statt die Produktion zu drosseln, klagen sie. Chrysler versucht seit Monaten, den hohen Bestand an unverkauften Fahrzeugen abzubauen, der zeitweise mehr als 600 000 Stück erreichte. Inzwischen hat das Unternehmen ihn auf unter 500 000 abgebaut, von denen aber noch ein Drittel schwer verkäufliche Vorjahresmodelle sind.

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