Lastwagen
MAN kappt Produktion – aber keine Entlassungen

Wegen der Konjunkturflaute will MAN 2009 deutlich weniger Lastwagen bauen. „Wir werden 30 Prozent weniger produzieren“, kündigte Vorstandschef Hakan Samuelsson in München an. Für das laufende Jahr hat MAN die Auslieferung von rund 100.000 Lastwagen angepeilt.

HB MÜNCHEN. Dies gilt aber inzwischen als unrealistisch. Samuelsson rechnet mit einer tiefen, mehrjährigen Krise im Lastwagen-Geschäft. MAN müsse deshalb die Kosten rasch senken. Nach einer einmonatigen Produktionspause zum Jahreswechsel stehen im ersten Halbjahr 2009 die Bänder an 40 bis 50 Tagen still.

Bei MAN war die Zahl der Lkw-Bestellungen im dritten Quartal um die Hälfte eingebrochen, auch danach setzte sich die negative Entwicklung fort. Auch in den bis vor kurzem boomenden Ländern in Osteuropa und in Russland legten zahlreiche MAN-Kunden ihre Käufe auf Eis; sie hatten in der Vergangenheit die Schwäche im westeuropäischen Lkw-Markt mehr als ausgeglichen. Samuelsson sagte, viele Unternehmen hätten Schwierigkeiten, Kredite für neue Lastwagen zu bekommen. Zudem sinke der Transportbedarf wegen der schwächeren Konjunktur.

Samuelsson will die Kosten 2009 um 30 Prozent senken und dabei schon im ersten Halbjahr aufs Tempo drücken. Bis Ende des Jahres sollen die 2200 Leiharbeiter-Stellen in der Kernsparte Nutzfahrzeuge wegfallen. In den Lkw-Werken München, Nürnberg und Salzgitter werden die Weihnachtsferien um zwei auf vier Wochen verlängert. Zum Jahresende stünden die Zeitkonten der rund 14 000 Festangestellten bei Null, sagte Samuelsson. Theoretisch ist ein Minus von bis zu 300 Stunden je Mitarbeiter möglich.

Der MAN-Chef schloss Kurzarbeit nicht aus, ließ aber offen, wann sie angemeldet wird. Erwartet wird dies noch im Dezember. Meldet ein Betrieb Kurzarbeit an, übernimmt die Bundesagentur für Arbeit einen Teil der Lohnzahlungen. Samuelsson betonte, ein Abbau der Stammbelegschaft sei weiterhin kein Thema. Er werde nicht nur bei den Mitarbeitern am Band sparen.

MAN will sich stärker auf Länder und Bereiche konzentrieren, die mehr Wachstum versprechen. In Indien stockt MAN den Anteil am Gemeinschaftsunternehmen mit Force Motors auf 50 von 30 Prozent auf. In Brasilien stehe „in nicht so weiter Zukunft“ eine Einigung über die Kooperation mit der Nutzfahrzeugsparte von Großaktionär VW an, sagte Samuelsson. Die Dieselsparte, die Großmotoren für Schiffe und Kraftwerke baut, wird künftig auch Motoren für Jachten fertigen und will dabei von der Erfahrung im Lkw-Segment profitieren. Geschäft will MAN Diesel vor allem dem Konkurrenten Tognum (MTU Friedrichshafen)

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