Lastwagen und Autos
Daimler-Chrysler finanziert Chinesen den Wagen

Als erster ausländischer Autokonzern finanziert Daimler-Chrysler in China neben Personen- auch Lastwagen. Bei der Produktion der Lkw sind die Stuttgarter dagegen noch nicht so weit. Hier wird an einem Gemeinschaftsunternehmen gearbeitet.

HB PEKING. Der Konzern eröffnete am Mittwoch in Peking die Daimler-Chrysler Auto Finance China (DCAFC), die Autohändlern und Kunden nicht nur Kredite, sondern auch Versicherungen anbieten wird. In der Gründung der Finanzierungsgesellschaft sah der neue Daimler-Chrysler-Vorsitzende für China und Nordostasien, Till Becker, einen „Meilenstein“ für das Unternehmen, weil jetzt alle Geschäftsbereiche in China tätig seien. Im nächsten Jahr sollen 3000 Kundenverträge abgeschlossen werden. Das Endkundengeschäft beschränkt sich zunächst auf die Metropolen Peking und Schanghai, während das Geschäft mit Händlern zusätzlich auf Guangzhou (Kanton) in Südchina ausgedehnt wird.

Hinter der neuen Finanzierungsgesellschaft in China steckt Daimler-Chrysler Financial Services, die mit einem Vertragsvolumen von 113 Milliarden Euro in 39 Ländern tätig ist. Bislang werden in China durchschnittlich 10 Prozent der Autos finanziert. Wegen anfänglichem Missbrauchs haben die Behörden die Vorschriften wie etwa die Höhe der Anzahlungen auf 20 bis 30 Prozent verschärft.

Was bei der Finanzierung geschafft ist, soll auch in der Lkw-Produktion gelingen. Daimler-Chrysler plant Investitionen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar (1,25 Milliarden Euro) in China. Die Verhandlungen mit dem Nutzfahrzeughersteller Beiqi Futian über ein Gemeinschaftsunternehmen in Peking ziehen sich aber hin. „Ich bin zuversichtlich“, sagte Becker ohne Details nennen zu wollen. In Fuzhou in Südchina soll ein weiteres Gemeinschaftsunternehmen für kleinere Nutzfahrzeuge wie Sprinter, Vito and Viano geschaffen werden, an dem die taiwanesische China Motor Corporation und Fujian Motor Industry beteiligt werden sollen.

Beide Partner fertigen bereits in ihrem gemeinsamen Werk South East Motors in Lizenzproduktion einen Chrysler-Minivan. Die Anteile des 1997 gegründeten Bus-Joint-Ventures von Daimler-Chrysler, Yaxing Benz, in Yangzhou bei Nanjing müssten für das Vorhaben aber übertragen werden. Ausländische Autohersteller in China dürfen nur je zwei Joint Ventures für Personenwagen und Nutzfahrzeuge haben.

Der Absatz von Mercedes-Limousinen stieg in den ersten neun Monaten des Jahres um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, berichtete Becker. Doch waren das in absoluten Zahlen nur gut 11 000 Fahrzeuge. Die Produktion von Mercedes-Limousinen in dem neuen Joint- Venture-Werk in Peking mit Beijing Automotive (BAIC) soll mit dem ersten lokal zusammengebauten Wagen planmäßig Ende des Jahres beginnen. Das Jeep-Joint-Venture mit BAIC hat in den ersten neun Monaten 25 500 Autos verkauft - ein Zuwachs von 9 Prozent.

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