Lastwagen
Volvo landet noch tiefer in den Miesen

Den Speditionen geht es nicht gut, und den Nutzfahrzeugherstellern damit auch nicht. Ein Beispiel: Volvo. Die Schweden Verlust ein - und der fällt nun auch noch größer aus als erwartet.

HB STOCKHOLM. Die Absatzkrise auf dem Markt mit Nutzfahrzeugen macht auch dem schwedischen Lkw-Hersteller Volvo immer mehr zu schaffen. Der Konkurrent von MAN und Daimler fuhr nach Angaben vom Freitag im vierten Quartal einen operativen Verlust von 999 Mio. Kronen (rund 95 Mio. Euro) ein, der damit doppelt so hoch ausfiel wie von Analysten erwartet. Am Dienstag hatte bereits der zum Volkswagen-Konzern gehörende Lkw-Produzent Scania einen überraschend deutlichen Gewinneinbruch bekanntgeben müssen.

Volvo-Chef Leif Johansson nannte den branchenweiten Absatzeinbruch beispiellos. Im Schlussquartal 2008 seien die Bestellungen bei Volvo um 82 Prozent zurückgegangen. Bei der Nummer zwei auf dem Lkw-Markt hatten Analysten in einer Reuters-Umfrage im Mittel einen Verlust von 475 Mio. Kronen (45 Mio. Euro) prognostiziert. Vor Steuern lag das Minus sogar bei 2,51 Mrd. Kronen (237 Mio. Euro). Hier hatten die Analysten einen Gewinn von 231 Mio. Kronen (22 Mio. Euro) erwartet.

An der Börse wurde aber honoriert, dass der Kapitalfluss von Volvo mit 1,8 Mrd. Kronen (rund 170 Mio. Euro) positiv blieb. Der Konzern teilte weiter mit, die Nettoverschuldung sei gering, die Liquidität befinde sich in einer starken Position. An der Börse in Stockholm legten die Volvo-Aktien bis zum Mittag um rund 13 Prozent zu.

Branchenprimus Daimler wird seine Zahlen am 17. Februar vorlegen, MAN hat Ergebnisse für den 19. Februar angekündigt. Analysten gehen bei MAN bislang von einer Umsatz- und Gewinnsteigerung für 2008 aus. Der Auftragseingang sei aber wahrscheinlich deutlich zurückgegangen. Der Konzern will seine Produktionsbänder im ersten Halbjahr für 70 Tage an drei deutschen Standorten und in Österreich anhalten.

Wirtschaftskrise und Absatzflaute bremsen die gesamte Branche in Europa aus. Im vergangenen Jahr brach der europäische Nutzfahrzeugmarkt nach Angaben des Branchenverbands ACEA um neun Prozent ein. 2008 seien nur noch 2,52 Mio. neue Vans, Transporter, Lkw und Busse verkauft worden. Der Rückgang sei der stärkste seit 1993 gewesen, teilte der Verband Ende Januar mit.

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