Lastwagenbauer
MAN-Betriebsrat setzt Hoffnung auf VW

Der Betriebsrat von MAN wünscht sich mehr Tempo bei der Verzahnung der eigenen Marke innerhalb des VW-Konzerns. Insbesondere mit Scania sollen gemeinsame Projekte angegangen werden. Das soll die Kosten senken.
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MünchenDer Betriebsrat des Lastwagenbauers MAN setzt große Hoffnungen auf die neue Muttergesellschaft Volkswagen und die Zusammenarbeit mit der schwedischen Konzernschwester Scania. Vor allem vom grundlegenden Umbau des Managements im VW-Konzern erwartet sich der Chef des Konzernbetriebsrats, Jürgen Dorn, eine deutliche Beschleunigung bei der Kooperation von MAN, Scania und der Nutzfahrzeugsparte der Wolfsburger. „Das lief bisher nicht in der Geschwindigkeit, die wir uns gewünscht haben“, sagte Dorn in München.

VW hatte vor kurzem an dutzenden Stellen Vorstände und Führungskräfte im Konzern gewechselt. Unter anderem wird der bisherige Scania-Chef Leif Östling Konzernvorstand für das Nutzfahrzeuggeschäft. Volkswagen hält mittlerweile mehr als 75 Prozent an MAN und will weitere Anteile zu kaufen.

Sorge, im großen Autoimperium an Bedeutung zu verlieren, hat Dorn nicht. MAN sei eine stolze und traditionsreiche Marke und habe einen hohen Anspruch. Dafür biete Volkswagen einen guten Rahmen. Auch die Belegschaft habe keine Angst vor den Wolfsburgern. „VW ist das Unternehmen mit der am besten entwickelten Mitbestimmung und einer starken Arbeitnehmervertretung. Wovor sollten wir Angst haben?“

Bei einer Betriebsversammlung in München hätten VW-Chef Martin Winterkorn und sein oberster Kontrolleur Ferdinand Piëch die Mannschaft „herzlich in der Familie begrüßt“, sagte Dorn. Die Stimmung sei gut.

Nach Jahren ohne Großaktionär und der Angst vor einer feindlichen Übernahme, Personalabbau und Krise stehe MAN nun viel besser da. „Wir kriegen eigentlich das, was wir uns immer gewünscht haben.“ Er sei sicher, dass auch die Zusage, die Sparte Diesel & Turbo nicht zu verkaufen, steht. MAN bleibe als Ganzes erhalten.

Dennoch: „Wir haben jetzt viel zu tun“, sagte Dorn. Vor allem MAN und Scania müssen nun gemeinsame Projekte finden und benennen. VW will beide Hersteller enger zusammenführen, vor allem um Kosten zu sparen. Nach Dorns Worten wäre denkbar, dass Scania Getriebe liefere und MAN etwa angetriebene Achsen. Beide Firmen seien dort jeweils Spezialisten. Alle Beteiligten könnten nun voneinander lernen.



dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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