Lastwagenbauer: MAN fährt deutlich weniger Gewinn ein

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MAN fährt deutlich weniger Gewinn ein

Der Lkw-Markt schwächelt – das macht MAN zu schaffen: Die VW-Tochter fährt 2012 deutlich weniger Gewinn ein als im Vorjahr. Der Ausblick für den wichtigen europäischen Markt ist bestenfalls mäßig.
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MünchenDie kriselnden Lastwagen-Märkte in Europa machen MAN nach einem herben Gewinnrückgang 2012 auch in diesem Jahr mächtig zu schaffen. Trotz erster Hoffnungszeichen im Schlussquartal des vergangenen Jahres dürften Umsatz und Gewinn erneut schrumpfen, sagte Konzernchef Georg Pachta-Reyhofen am Freitag bei der Vorlage der Bilanz für 2012. Denn der Lkw-Markt in Europa werde sich in den kommenden Monaten allenfalls leicht erholen. Erst für die Zeit danach macht Pachta-Reyhofen leise Hoffnung auf Besserung: Wenn die Weltwirtschaft 2013 mehr Fahrt aufnehme, könne die VW-Tochter 2014 wieder profitabel wachsen.

Das hatte im vergangenen Jahr vor allem die Nutzfahrzeug-Sparte verhindert und dafür gesorgt, dass der Gewinn unter dem Strich um rund ein Viertel auf 189 Millionen Euro abgesackt war. Die Auftragseingänge gaben um 7 Prozent nach, was vor allem die Motorensparte bis in dieses Jahr hinein belasten wird. Der Konzernumsatz sank 2012 dagegen nur leicht auf 15,9 Milliarden Euro. Damit schlug sich MAN insgesamt noch besser als gedacht. Im vierten Quartal zeigte der Trend in den meisten Bereichen klar nach oben.

Deswegen stutzte die Börse vor allem über den trüben Ausblick. Experten hatten hier einen leichten Umsatzanstieg und deutlich mehr Gewinn erwartet. Auch bei der Dividende hatten sie mehr als den nun angekündigten einen Euro sehen wollen – im Jahr zuvor waren es noch 2,30 Euro. Im MDax für Mittelgroße Werte verlor die MAN-Aktie bis zum frühen Nachmittag leicht, während der Index knapp im Plus lag.

Nach den Berichten um eine bevorstehende Komplettübernahme durch die Konzernmutter Volkswagen spekulierten Börsianer am Freitag, das Management könnte MAN kleinreden, um damit den Kaufpreis für VW zu drücken. Pachta-Reyhofen konterte, die Prognose sei „absolut realistisch“ und vor allem auf Europas Lkw-Markt sei nun mal keine schnellere Kehrtwende in Sicht.

Da freut sich der Vorstand schon über kleine Schritte: Nutzfahrzeug-Chef Anders Nielsen geht davon aus, dass die Lage im zweiten Quartal minimal besser sein könnte als in den ersten drei Monaten des Jahres. Etwas rosiger sieht es in Brasilien aus, wo MAN Marktführer bei den Nutzfahrzeugen ist: Nachdem die schwache Konjunktur und Veränderungen bei den Abgasrichtlinien das Geschäft 2012 in den Keller gedrückt hatten und den MAN-Gewinn fast halbierten, geht es dank staatlicher Subventionen nun wieder bergauf. Allerdings zogen die Aufträge aus Lateinamerika bei MAN zum Jahresende nicht so stark an wie bei der VW-Schwestermarke Scania. Die Münchner erzielten 2012 in der Kernsparte Commercial Vehicles eine Umsatzrendite von 3,9 Prozent - das sind weniger als die 7,7 Prozent aus dem Jahr zuvor und deutlich weniger als die 10,4 Prozent, mit denen die Schweden trotz Rückgängen im vergangenen Jahr glänzten. Damit verwies Scania auch die Konkurrenten, die Trucksparten von Daimler und Volvo, erneut auf die Plätze.

Der gesamten Branche macht aktuell die schwache Wirtschaftsentwicklung in Europa zu schaffen. Den Herstellern laufen auf dem schrumpfenden Markt ihre Renditen davon - pro verkauftem Lastwagen verdienen sie weniger Geld. Volvo meldete wie Scania bereits einen herben Gewinneinbruch. Und auch Nielsen ist mit der Profitabilität seiner Sparte nicht zufrieden. Im Moment sei es aber vor allem wichtig, den Marktanteil zu halten und keine Kunden an die Konkurrenz zu verlieren. Das geht allerdings oft nur auf Kosten des Profits.

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