Laufzeitverlängerung beantragt
RWE will Biblis A länger am Netz lassen

Der Essener Energiekonzern RWE hat einen Antrag auf Laufzeitverlängerung für das über 30 Jahre alte Atomkraftwerk Biblis A gestellt. Heftige Kritik gab es dafür von Umweltschützern. Unterdessen will auch der viertgrößte deutsche Energieversorger EnBW eine längere Laufzeit für eines seiner zwei Atomkraftwerke.

HB DÜSSELDORF. Trotz der neu entfachten Debatte über die Sicherheit von Atomkraftwerken hat der Essener Energiekonzern RWE einen Antrag auf Laufzeit-Verlängerung des Meilers Biblis A gestellt. RWE habe einen Antrag auf Strommengenübertragung für das Atomkraftwerk beim Kanzleramt sowie den Ministerien für Wirtschaft und Umwelt in Berlin eingereicht, teilte der Konzern am Dienstag mit. Dies komme einem Antrag auf Laufzeitverlängerung gleich, sagte ein Sprecher. Biblis A soll nach den Vereinbarungen zum Atomkonsens 2008 vom Netz gehen.

RWE hatte ursprünglich einen Antrag zu Biblis A bereits für das zweite Quartal dieses Jahres angekündigt. RWE-Chef Harry Roels hatte darauf verwiesen, dass der Reaktor sicher sei und der Konzern es seinen Aktionären schuldig sei, sich um eine längere Laufzeit des Atomkraftwerks zu bemühen.

Auch der Energiekonzern EnBW hatte erklärt, den Block Neckarwestheim 1 über das ursprünglich vereinbarte Datum 2009 am Netz halten zu wollen. „Wir werden den Antrag im vierten Quartal stellen“, sagte ein Sprecher von Energie Baden-Württemberg (EnBW) am Dienstag in Karlsruhe. Mit dem Antrag solle eine längere Betriebszeit des Atomkraftwerks Neckarwestheim I erreicht werden. Der Versorger hatte sich bisher nicht festgelegt, wann der Antrag auf Betriebsverlängerung gestellt werden soll. Der Atomkraftwerksblock in Neckarwestheim müsste nach der gültigen Betriebsgenehmigung 2009 vom Netz gehen.

Die Energieversorger dringen auf längere Laufzeiten für ihre Atomkraftwerke und wollen so den kapitalintensiven Bau neuer Kraftwerke hinauszögern. Mit der früheren rot-grünen Bundesregierung hatte sich die Branche auf den Ausstieg aus der Atomwirtschaft geeinigt. Energieerzeugung mittels Atomspaltung gilt als gefährlich, aber klimaschonend. Der Atomkonsens sieht ein Abschalten des letzten deutschen Atomkraftwerks um das Jahr 2020 herum vor.

Der Störfall im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark im Juli hatte in Deutschland erneut eine Debatte um die Atomkraft entfacht. Vor allem Grüne und SPD haben vor einer Verlängerung von Laufzeiten der Atomkraftwerke gewarnt, wie sie Industrie und Union fordern. Die Koalition aus Union und SPD hat vereinbart, nicht am beschlossenen Atomausstieg zu rütteln. Dieser sieht ein Abschalten des letzten deutschen Atomkraftwerks um das Jahr 2020 herum vor.

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