Laut Bundesnetzagentur
Deutsches Gasnetz ist für Krisen gewappnet

Die deutsche Gaswirtschaft kann nach Einschätzung der Bundesnetzagentur auch monatelange Krisen meistern. Zu diesem Fazit kommt die Behörde in einer ausführlichen Analyse des russisch-ukrainischen Streits im vergangen Winter, die dem Handelsblatt vorliegt. Die Behörde die Vorkehrungen der Versorger.

BONN. Die deutsche Gaswirtschaft kann nach Einschätzung der Bundesnetzagentur auch monatelange Krisen meistern. Zu diesem Fazit kommt die Behörde in einer ausführlichen Analyse des russisch-ukrainischen Streits im vergangen Winter, die dem Handelsblatt vorliegt. „Der deutsche Gasmarkt hat den Stresstest bestanden – und ist grundsätzlich auch für zukünftige Krisen gewappnet“, sagt der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. „Das ist eine beruhigende Nachricht für die Verbraucher.“ Nach seiner Einschätzung hätte der Markt die Krise auch noch viele Wochen länger verkraften können, ohne dass die Versorgungssicherheit ernsthaft gefährdet gewesen wäre.

Im Januar hatten Deutschland und weite Teile Europas zum wiederholten Male unter einem Streit zwischen dem russischen Gasproduzenten Gazprom und dem ukrainischen Versorger Naftogaz über die Bezahlung von Gasrechnungen gelitten. Nachdem Gazprom am 7. Januar die Lieferungen an den Nachbarn einstellte, wurden auch die Transitrouten durch die Ukraine gekappt, über die normalerweise der größte Teil der russischen Exporte fließt. Fast zwei Wochen lang kamen über die wichtigen Pipelines nur reduzierte Mengen in Deutschland an, zeitweise wurde die Lieferung sogar komplett eingestellt. Die deutschen Versorger versuchten, dies über eine zusätzliche Route durch Polen, verstärkte Importe aus Norwegen und den Niederlanden und vor allem aus ihren Gasspeichern zu kompensieren. Zudem versorgten sie mit ihren Reserven teilweise Staaten in Südosteuropa, in dem sie die Flussrichtung des Gases in ihren süddeutschen Pipelines umkehrten.

Die Bundesnetzagentur hat die nach ihre Worten „ernst zu nehmende Situation“ ausführlich analysiert, Daten zur Pipeline-Auslastung an den Grenzübergängen und den Speicherfüllständen ausgewertet. Demnach sind die Importe aus dem Osten zwar um 8,1 Terawattstunden oder 39 Prozent eingebrochen, im gleichen Zeitraum haben sich die Importe aus dem Westen aber um 10,8 Terawattstunden beziehungsweise 48 Prozent erhöht. Insgesamt hat Deutschland damit während der Gaskrise sogar sechs Prozent mehr importiert als in vergleichbaren Zeiten.

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