Laut Solarworld-Chef
Solarbranche will sich an Netz AG beteiligen

Die Anbieter alternativer Energien wollen sich laut Solarworld-Chef Frank Asberg an der Neuordnung des deutschen Energiemarktes beteiligen. Dazu will die Branche einen Teil einer möglichen neuen Netz AG der großen deutschen Energieversorger übernehmen. Mit der Politik sei das Vorgehen ebenso abgestimmt wie mit einer öffentlichen Bank, welche die Finanzierung übernehme.

HB DÜSSELDORF. Solarworld und andere Anbieter erneuerbarer Energien sowie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) hätten sich in dieser Frage bereits abgestimmt, sagte Asbeck am Montagabend vor der "Wirtschaftspublizistischen Vereinigung" in Düsseldorf. "Wir wollen bei der Netz AG mitreden und den Hut für den Eon-Anteil in den Ring werfen", kündigte er an.

Eine Beteiligung sei über ein Fondsmodell machbar. Eine öffentliche Bank stehe für die Finanzierung bereit. Auch mit der Politik sei das Vorgehen abgestimmt. "Eigentum am Netz ist elementar für die Erneuerbaren Energien", sagte Asbeck. "Da wird ein dicker Fisch verkauft, auf den man eine sichere Rendite hat", sagte er mit Blick auf die Stromnetze.

In der Energiebranche wird seit Monaten darüber diskutiert, ob die Netze der vier großen deutschen Versorger - Eon, RWE, EnBW und Vattenfall - in einer Netz AG zusammengeschlossen werden. Die Details sind bislang aber völlig offen. Eon hatte sich aber bereits auf Druck der EU-Kommission bereit erklärt, sich von seinen Netzen zu trennen. Zugleich hatte der Konzern die Gründung der Netz AG ins Spiel gebracht. RWE ist für eine Beteiligung an einem gemeinsamen Stromnetzbetreiber offen.

Für seine Branche rechnet Asbeck mit einer weiteren Konsolidierung, nachdem der Autozulieferer Robert Bosch die Übernahme des Solar-Unternehmens Ersol angekündigt hatte. "Die, die marktführend sind, werden alle Übernahmeangebote erhalten", prognostizierte Asbeck. Die Branche werde eine ähnliche Entwicklung nehmen wie die Halbleiter- Industrie. "Ein gutes Dutzend" Unternehmen werde übrig bleiben. Chancen hätten aber auch Nischen-Anbieter. Interesse an Zukäufen habe Solarworld indes nicht: "Wir kaufen keinen." Auch eine Übernahme von Teilen von Conergy sei für Solarworld "nicht interessant".

Für Solarworld sieht Asbeck weiter rasantes Wachstum. Die Solarindustrie sei der "Problemlöser" angesichts hoher Öl- und Energiepreise. Solarworld erziele Wachstumsraten zwischen 25 und 30 Prozent jährlich. Solarstrom werde im US-Bundesstaat Kalifornien, in Spanien und Italien wohl binnen eines Jahres und in der Bundesrepublik bis 2015 voll wettbewerbsfähig sein. Der Auftragsbestand bei Solarworld von Solarzellen-Kunden bei Wafern sei bis 2018 von bislang 5,5 auf über sechs Milliarden Euro gestiegen.

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