Laut „Spiegel“ sollen 10 000 inländische Arbeitsplätze gestrichen werden
VW will Tausende auf die sanfte Art entlassen

Europas größter Autobauer Volkswagen plant, in den kommenden Jahren rund jeden zehnten Arbeitsplatz in den westdeutschen Werken zu streichen. Die Konsenskultur zwischen Mitarbeitern und Management ist tot.

hof/HB NÜRNBERG. Laut dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ stehen mehr als 10 000 der insgesamt 103 000 heimischen Stellen zur Disposition. Ein VW-Sprecher wollte die Zahl nicht kommentieren. VW-Chef Pischetsrieder lediglich am Montagmorgen auf einer Betriebsversammlung mit, dass der Konzern seine "Anstrengungen zum Abbau von Personal verstärken" wolle. Die solle etwa durch Vorruhestandsregelungen geschehen. Einzelnen Mitarbeitern - auch Führungskräften - würden darüber hinaus Aufhebungsverträge angeboten.

Die Möglichkeiten, die Belegschaft per betriebsbedingte Kündigungen zu reduzieren, sind indes durch den Tarifvertrag des vergangenen Herbsts eng begrenzt. Er enthält eine Beschäftigungsgarantie für die westdeutschen Arbeitnehmer bis 2011. Der Konzernführung bleibt daher nur die Möglichkeit, den Mitarbeitern freiwillige Abgänge durch Vorruhestandsregelungen und Abfindungen schmackhaft zu machen.

Experten glauben, dass die Sparmaßnahmen am härtesten das Stammwerk in Wolfsburg treffen werden. Denn die Produktion von Golf und Golf plus ist nur zu etwa 70 Prozent ausgelastet. Da für beide Autos in der hart umkämpften Kompaktklasse kaum noch Steigerungsraten zu erwarten sind, könnte nur ein zusätzliches Modell für mehr Wirtschaftlichkeit sorgen. Die Chancen dafür sind in der vergangenen Woche aber dramatisch gesunken, nachdem der neue Volkswagen-Markenchef Wolfgang Bernhard verkündete, den für 2007 geplanten Golf-Geländewagen unter keinen Umständen zu den teuren Bedingungen des VW-Haustarifs zu bauen.

Bernhard hatte empfohlen, den Produktionsauftrag ins portugiesische Werk Palmela zu vergeben – es sei denn, der Betriebsrat stimme einer Produktion bei der VW-Tochter Auto 5000 in Wolfsburg zu. Bis zum 26. September müssen die Arbeitnehmervertreter sich diesbezüglich entscheiden. Bei der Auto 5000 wird bereits der Kompaktvan Touran gefertigt. Die dortigen Arbeitskosten sind bis zu 30 Prozent niedriger als im Haustarif.

Pischetsrieder sagte auf der Betriebsversammlung, mit einer Entscheidung, den kompakten Geländewagen in Wolfsburg zu bauen, könnten rund 1000 Arbeitsplätze gesichert werden. Dies wäre eine wichtige Entscheidung für den Standort. Sie ändere aber nichts daran, dass Volkswagen in den deutschen Werken, insbesondere in Wolfsburg, einen Personalüberhang in einer Größenordnung von mehreren tausend Mitarbeitern habe.

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