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LDK Solar: Chinas Solarkonzerne wildern in Deutschland

Das Beispiel Sunways zeigt, wie zielstrebig Solarkonzerne aus China in Deutschland vormarschieren. LDK Solar, ein chinesischer Zulieferer, übernimmt jetzt die Mehrheit bei den Deutschen. Und das ist erst der Anfang.

Ein Monteur passt Solarmodule an ein Dach an. Quelle: dpa
Ein Monteur passt Solarmodule an ein Dach an. Quelle: dpa

FrankfurtFür Michael Wilhelm ist der Zusammenschluss mit der chinesischen LDK Solar eine gute Lösung. "Die beiden Unternehmen ergänzen sich perfekt, Sunways wird davon profitieren", sagt der Chef der süddeutschen Firma dem Handelsblatt. Über eine Kapitalerhöhung erwirbt LDK Solar ein Drittel der Anteile und will sich über ein Übernahmeangebot weitere Aktien sichern. Sunways soll aber an der langen Leine bleiben. "LDK will nach unserem Verständnis die Mehrheit, ein Beherrschungsvertrag ist aber aktuell nicht geplant", sagt Wilhelm.

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Mit Sunways, die 2010 noch 223 Millionen Euro Umsatz erzielte, kommt erstmals eine mittelgroße Solarfirma aus Deutschland unter chinesische Kontrolle. Für die Volksrepublik hat der Ausbau ihrer Solarindustrie hohe Priorität. Wie schon zuvor bei der Windbranche fördert Peking den Aufbau mit billigen Krediten und günstigen Rahmenbedingungen. Die Strategie geht auf: Chinesische Wind- und Solarkonzerne nehmen mittlerweile eine führende Rolle auf dem Weltmarkt ein - und haben die ehemals tonangebenden deutschen Anbieter verdrängt.

Der Vormarsch der chinesischen Solarunternehmen ist generalstabsmäßig geplant. Gezielt fördert Peking erst die Gründung neuer Unternehmen und dann deren Exportanstrengungen. Bei der Sonnenkraft ist der weltgrößte Markt Deutschland der wichtigste Abnehmer für die Schwergewichte Yingli, Suntech, JA Solar oder Trina. LDK, am Umsatz 2011 gemessen zehnmal größer als Sunways, ist bisher in Deutschland schwach vertreten.

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Bis auf den Branchenprimus Suntech können die Unternehmen technologisch nicht mit westlichen Anbietern mithalten. Experten erwarten daher, dass die Chinesen nach weitere Übernahmezielen in Deutschland Ausschau halten. Als mögliche Kaufkandidaten werden Conergy und Q-Cells genannt.

Die in Konstanz am Bodensee beheimatete Sunways gilt in Nischen wie etwa Solaranlagen für Fassaden als technologische Perle. Allerdings schrieb das Unternehmen zuletzt tiefrote Zahlen. Das lag zum Teil auch an den ungünstigen Verträgen für Vorprodukte. Lieferanten sind die deutsche Solarworld, vor allem aber LDK Solar, mit der Sunways 2007 eine erste Vereinbarung geschlossen hatte. Die Vorprodukte waren damals knapp und teuer.

  • 10.01.2012, 15:09 UhrAnonymer Benutzer: vandale

    WFriedrich: Die Chinesen sind nicht auf den Kopf gefallen und befinden sich auch nicht in einem ökoreligiösem Delirium. Nahezu alle Wind- und Sonnenenergieprojekte in China beruhen auf CDM Zertifikaten (Im Kyoto Protokoll wurde vereinbart dass Industrieländer ihre Klimasünden mittels dieser Verschmutzungszertifikate kompensieren können. Damit werden dann "Klimafreundliche" Investitionen in Entwicklungsländern finanziert, Dies ist die Haupteinnahmequelle der Klimaschwindler). Da das Kyoto Protokoll ausläuft droht den CDM Zertifikaten ein Ende.

    Der Hauptmarkt für Solarzellen ist Deutschland. Das verregnete Deutschland ist mit grossem Abstand Nr. 1 bei der Solarenergie. Ich nehme an, dass man die Solarzellen in China wie andere religiöse Symbole, z.B. Marienfiguren auch herstellt.

    Vandale

  • 10.01.2012, 11:32 UhrAnonymer Benutzer: WFriedrich

    Wegen der Größe des chinesischen Marktes und des daraus resultierenden Absatzpotentials größerer Stückzahlen wird der Break-Even-Point bei Massengütern erheblich stärker überschritten werden, als in kleinen Märkten. Verstärkt wird dieser Effekt durch niedrigere Arbeits- und Sozialkosten. Unter diesen Gegebenheiten wird China FuE-Aufwand schneller refinanzieren können und über ein höheres Budget für künftige FuE-Aufgaben verfügen. Auf dieses Phänomen haben sich zahlreiche dt. Firmen erfolgreich eingestellt und einen Teil der Produktion verlagert. Gemessen am Umsatz der hiesigen Betriebe können sie sich deshalb ein extrem hohes FuE-Budget leisten. Grundsätzlich müssen wir uns darauf einstellen, dass Massengüter einem wachsendem Sog ausgesetzt sein werden - insbesondere solche, die überschaubare Produkttechnologien realisieren und hohe Investitionen in Produktionsanlagen erfordern. Beide Merkmale treffen auf Solarkollektoren zu. LDK hat deshalb weitsichtig entschieden. Neben China werden uns künftig weitere Länder (Indien, Brasilien, ggf. Russland und Türkei) vor gleiche Herausforderungen stellen. Unsere Wirtschaft hat sich bisher klug darauf eingestellt: das müssen wir unserer Bevölkerung vermitteln, die mitunter im Notwendigen eine größere Bedrohung sieht, als in globaler Arbeitsteilung und Kooperation.

  • 10.01.2012, 11:24 UhrAnonymer Benutzer: norbert

    Wäre interessant, zu erfahren, warum Sunways übernehmbar wurde.

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