Lebensmittel
Nestles Gewinn schießt nach oben – und enttäuscht

Auf dem ersten Blick sieht die Bilanz von Nestles toll aus: Um beinahe 70 Prozent konnte der weltgrößte Lebensmittelkonzern seinen Gewinn steigern. Aber: Das liegt vor allem am Verkauf eines Unternehmensteils. Und: Analysten hatten sich mehr versprochen. Und: Nestel sieht in Sachen L'Oreal erst einmal keinen Handlungsbedarf.

HB VEVEY. Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestle hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Dank des Verkaufs seiner Alcon-Beteiligung einen kräftigen Gewinnschub verbucht. Der Überschuss sei um 69,4 Prozent auf 18,0 Milliarden Schweizer Franken (12,2 Mrd Euro) gestiegen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Aufgepolstert wurde das Ergebnis von den erzielten 9,2 Milliarden Franken aus dem Verkauf des amerikanischen Augenheilkundespezialisten Alcon an den Pharmakonzern Novartis. Dennoch hatten die meisten Analysten mit mehr Überschuss gerechnet.

Beim Betriebsgewinn (EBIT) legte Nestle um 14,3 Prozent auf 15,7 Milliarden Franken zu. Der Umsatz stieg ebenfalls weniger stark als erwartet um 2,2 Prozent auf 109,9 Milliarden Franken. Organisch betrug das Plus 8,3 Prozent. Den Aktionären will Nestle eine um 14,8 Prozent höhere Dividende von 1,40 Franken je Aktie zahlen.

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestle sieht bei seiner Beteiligung an dem französischen Kosmetikhersteller L'Oreal vorerst keinen Handlungsbedarf. Die Zukunft der Beteiligung sei für die Gruppe ein wichtiges Thema, dem der Verwaltungsrat im Hinblick auf die Ernährungs-, Gesundheits- und Wellness-Strategie des Unternehmens hohe Aufmerksamkeit beimesse, teilt Nestle am Donnerstag mit.

Die Beteiligung sei für beide Unternehmen über viele Jahre hinweg gewinnbringend gewesen und Nestle wolle hier eine langfristige Strategie verfolgen. Die Schweizer halten einen Anteil von rund 30 Prozent an dem Kosmetikkonzern. Weitere knapp 32 Prozent besitzt die Tochter des L'Oreal-Gründers Liliane Bettencourt. Ein Stillhalteabkommen zwischen den beiden läuft am 29. April aus. Deshalb wurde bereits am Markt spekuliert, dass Nestle seine Beteiligung erhöhen könnte.

Dazu sagte Nestle am Donnerstag: Die Vereinbarung zwischen beiden Konzernen sehe vor, dass die Familie Bettencourt und Nestle ihre gesamten L'Oreal-Aktien bis mindestens zum 29. April 2009 behalten und ihre entsprechenden Anteile zu Lebzeiten von Frau Liliane Bettencourt und sechs Monate danach nicht erhöhen. Diese Vereinbarung werde Nestle unter allen Umständen einhalten. Folgerichtig brauche der Konzern hinsichtlich seines Anteil im April auch nicht zu handeln oder eine Entscheidung zu treffen.

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