Industrie

Das giftige Geheimnis auf unseren Tellern

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Keinem Tier geht es bei Mast und Schlachtung schlechter als den Hühnern. Quelle: Reuters
Keinem Tier geht es bei Mast und Schlachtung schlechter als den Hühnern. Quelle: Reuters

Unfassbare Zustände in den Mast-Anlagen

Die Politik und die Behörden tragen also eine wesentliche Mitschuld: „Wenn Minister und deren Kontrolleure die von der Agrogentechnik ausgehenden Gefahren einfach ignorieren, wie soll dann ausgerechnet von den Herstellern ein verantwortungsvoller Umgang mit Giften erwartet werden?“

Mindestens genauso nachlässig ist die Politik laut Rickelmann beim Thema Tierschutz. Dass die Zustände in Deutschland besser sind als in so manchem anderen Land, wird den Tieren hierzulande herzlich egal sein: Anlagen mit 90.000 Schweinen, 800.000 Legehennen und 500.000 Masthähnchen sind längst keine Seltenheit mehr. Der Gipfel des „verantwortungslosen Geschäftemachens“ sei laut Rickelmann der Umgang mit Geflügel.

Tiere gequält Die grausamen Methoden der Fleischproduzenten

Kastration ohne Betäubung und gekappte Schnäbel: In der Mast leiden viele Tiere. Gesetze zur artgerechten Haltung werden verwässert, kritisieren Tierschützer. Geringe Auflagen locken ausländische Großbetriebe an.

Tiere gequält: Die grausamen Methoden der Fleischproduzenten

Die Mastzeit hat sich in den vergangenen 50 Jahren von 90 auf 30 Tage verringert. Hühner und Puten können häufig weder laufen noch kriechen. Das kurze Leben ist durchzogen von chronischen Schmerzen. Wenn ein Broiler seine 1,5 Kilogramm erreicht hat, sind 20 Hähnchen auf einem Quadratmeter untergebracht: „Die menschliche Zivilisation leistet sich in vielen Tierfabriken einen Rückfall in die schlimmsten Zeiten menschlicher Barbarei.“

Kühe werden mithilfe von automatischer Fütterung und Gen-Soja auf Rekordmengen getrimmt, um immer mehr Milch zu produzieren, für die es gar keinen Bedarf gibt. 40 Prozent der Kühe leiden unter Euter-Erkrankungen. Heute ist ein Tier 1,7 Jahre leistungsfähig, früher waren es vier bis fünf Jahre. Wer glaubt, dass die Kühe nach ihrer produktiven Zeit friedlich auf einer Wiese grasend dem Lebensende entgegenblicken, der kann gleich Grimms Märchen lesen.

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Strengere Regeln und Kontrollen

  • Überwachungsbehörden

    Die Überwachungsbehörden der Bundesländer sollen einen erweiterten Zugriff auf die erfassten Abgabemengen von Antibiotika zu Monitoringzwecken erhalten, der auch eine verbesserte Überwachungsplanung ermöglicht.

  • Antibiotika für Menschen

    Human-Arzneimittel sollen künftig nur noch unter besonderen Voraussetzungen außerhalb der Zulassung in der Tiermedizin eingesetzt werden.

  • Tierärzte

    Tierärzte werden verpflichtet, auf Ersuchen der Überwachungsbehörden der Bundesländer alle Daten zur Abgabe und Anwendung von Antibiotika zusammengefasst zu übermitteln.

  • Eingesetzte Medikamente

    Mitte 2012 sollen erstmals genaue Daten über die Mengen der in Deutschland verabreichten Antibiotika veröffentlicht werden. Diese Daten werden zur Zeit erhoben. Anhand dieser Zahlen sollen die Behörden dann sehen, in welche Bezirke mit welcher Postleitzahl die Arzneimittelhersteller besonders viel Medikamente an die Tierärzte liefern.

  • Informationen für den Schlachtbetrieb

    Der Tierhalter muss den Schlachtbetrieb künftig darüber informieren, welche Medikamente das Tier bekommen hat, und zwar sein ganzes Leben lang. Bisher galt diese Informationspflicht für die letzten sieben Tage vor der Schlachtung, in denen ein Tier gar keine Medikamente bekommen darf.

  • Keine Extrawurst

    Diskutiert werden soll auch, eine Sonderberechtigung für Tierärzte einzuschränken. Sie können Arznei direkt an Bauern verkaufen und sind damit vom sonst geltenden Monopol der Apotheken ausgenommen.

  • 04.08.2012, 23:45 UhrClas

    Was für ein sinnloser und oberflächlicher Artikel. Wirklich traurig

    Kühe:

    Ein Kraftfutter, ob nun mit genmanipulierten Bestandteilen oder nicht, das bewirken würde, dass Kühe auf der Weide nicht mehr zurechtkommen, verfüttert niemand. So gut wie alle deutschen Milchkühe, ob auf der Weide oder nicht, , bekommen Kraftfutter. Die Kühe kommen mit dem Gras, sei es nun als Weide, als Grünfütterung im Stall, als Grassilage oder als Heu und den Kraftfuttergaben „obenauf“ gut zurecht. Wird ein Mix aus Silomais und Gras verfüttert, enthält das Kraftfutter mehr Eiweiß, meist aus Raps und Soja. Dabei profitiert die Gen-Sojabohne kurioserweise von der grünen Energiewende, mit ihr die Weltlandwirtschaft. Soja ist, wie Raps, eine Ölfrucht. Das Öl kann man für Speisezwecke verwenden oder für Biodiesel. Presst man den Energieträger Öl aus den Körnern, hat man als Rest einen eiweißreichen Presskuchen. Den Presskuchen des Rapses kann man als Kraftfutterbestandteil gleich an die Kühe verfüttern. Beim Presskuchen der Sojabohne lohnt eine Erhitzung, die das Eiweiß verdaulicher macht („Toasten“). Diese Presskuchen fallen weltweit mit dem Boom bei Biodiesel verstärkt an, sind ein gefragtes Tierfutter. Bauern, die es besonders gut mit ihren Tieren meinen, nehmen das Kraftfutter, das ihren Tieren am besten schmeckt und das ihnen am besten bekommt. Ob die Kühe auf der Weide glücklicher als in einem großzügigen Laufstall sind, müsste man die Kühe fragen. Kühe bleiben da, wo das Futter ist. Wer einen so gut konstruierten und klimatisierten Stall hat, dass die Kühe lieber da als im Laufhof oder auf der Weide sind, der hat als Stallbauer und Tierhalter alles richtig gemacht. Die Kuh zeigt schon, ob sie sich wohl fühlt.

    http://www.animal-health-online.de/gross/2012/05/14/kann-moderne-nutztierhaltung-tiergerecht-sein/21063/

  • 25.06.2012, 09:24 Uhrbasislager5vor12.de

    »Sage mir, was du isst, und ich sage dir, was du bist.«
    schrieb der französische Denker Brillat-Savarin. Unsere Essgewohnheiten und der Umgang mit unseren Lebensmitteln widerspiegeln unsere Weltsicht, unsere Werte und unsere gesamte Lebenseinstellung.
    Viele Kinder wissen heute nicht mehr wie frisches Obst und Gemüse schmeckt. Ihr Geschmackssinn ist verkümmert. Der Lebensmittelindustrie ist das nur recht. Schließlich lässt sich mit den künstlichen Aromen und Geschmacksverstärkern auch billig produziertes Essen schmackhaft machen. Und unerwünschte Geschmacksnoten, die unser Körper normalerweise ablehnen würde, lassen sich überdecken. Das hat System, den darüber wiederum freut sich tierisch die Pharmaindustrie, kommen sie doch so in den Dauergenuss immer neuer "Kundschaft".... so greift ein Rädchen ins andere um ein komplett marodes System am Laufen zu halten. Und mittlerweile läuft unser "Körpereigenes Betriebssystem unter Fortschritt 3.0" mit automatisch laufender Updatefunktion - allerdings immer noch ohne Spam und Virenschutz!
    Jeder muss also seine "Festplatte" selbst aufräumen..., so gut es eben geht und darauf achten, was er in sein "Maulwerk" steckt.

  • 27.05.2012, 07:24 UhrDaisy

    "Wer die Nahrungsmittelversorgung kontrolliert,
    kontrolliert die Menschen.
    Wer die Energie kontrolliert,
    kontrolliert die Kontinente.
    Wer das Geld kontrolliert,
    der beherrscht die Welt."
    Henry Kissinger

    Danke Handelsblatt, hätte nicht gedacht solch ein Artikel hier zu finden.
    Ich persönlich habe aufgehört mit Menschen über die Lebensmittelproblematik zu diskutieren.
    Gegen Werbung, Gehirnwäsche und Medien manipulation seitens der Nahrungs-und Pharmamafia (Nestle, Kraft, Bayer,GlaxoSmithKline etc.) kommt man einfach nicht an.
    Ein jeder ist sein glückes Schmied.
    Von daher wer Aspartam/Nutra Sweet, Flour (chemie Abfälle), Geschmackverstärker, Konservierungsmittel,Farbstoffe und medikamenten/Hormon Cocktail, Pestizide, Herbizide und Fungizide in seinem Essen haben will. Bitteschön und Guten appetit.

    Nebenbei, bitte nacher nicht sagen "hätte ich das gewusst..."

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