Lebensmittelbranche
Ernährungsindustrie vernachlässigt große Märkte

Eine neue Studie belegt: Die deutsche Lebensmittelbranche vernachlässigt die großen Märkte in Asien, Amerika und Afrika. 90 Prozent ihrer Ausfuhren bleiben dicht vor der Haustüre im europäischen Ausland, meist in den Nachbarländern. Doch die Furcht vor Zöllen, Einfuhrbeschränkungen und spezifischen Konsumgewohnheiten könnte behoben werden.

DÜSSELDORF. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) und der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), die heute veröffentlicht wird.

Vor allem das mangelnde Engagement der deutschen Ernährungsindustrie in den Boomländern Asiens, beispielsweise China und Indien, bereitet den PwC-Experten Sorge. „Wer in Zukunft in Asien erfolgreich sein will, muss dort schon heute Präsenz zeigen“, sagt Gerd Bovensiepen, PwC-Partner und Leiter des Industriebereichs Handel und Konsumgüter.

„Der Export ist für die deutsche Ernährungsindustrie von existenzieller Bedeutung“, bestätigt BVE-Geschäftsführerin Sabine Eichner Lisboa. So stieg der Auslandsabsatz in der Lebensmittelbranche in den vergangenen acht Jahren jährlich um sechs Prozent, während der Zuwachs im Inland lediglich 1,2 Prozent pro Jahr erreichte. Der Auslandsanteil des Umsatzes betrage inzwischen rund 21 Prozent, berichtet Frau Eichner. Verglichen mit dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau, dessen Exportquote bei 74 Prozent liege, sei die Ausfuhr der Ernährungsindustrie aber noch deutlich ausbaufähig.

Doch die Unternehmen schrecken offenbar vor Zöllen, Einfuhrbeschränkungen und spezifischen Konsumgewohnheiten, wie sie beispielsweise in vielen Exportregionen Asiens herrschen, zurück. Dabei gäbe es Hilfe: „Die staatliche Außenwirtschaftsförderung könnte einen wichtigen Beitrag zur Erschließung der neuen Märkte leisten“, ist PwC–Experte Bovensiepen überzeugt. Allerdings sei das entsprechende Förderangebot des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) den Unternehmen noch weitgehend unbekannt.

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