Lebensmittelkonzern verlangt mehr als sieben Milliarden Euro Schadenersatz
Konkurrenten werfen Auge auf Parmalat

Der Neuanfang des Skandalkonzerns Parmalat könnte schon bald in eine Übernahme münden. Denn für diesen Donnerstag ist die Rückkehr des italienischen Lebensmittelunternehmens an die Mailänder Börse geplant.

kk MAILAND. Und damit steigen die Chancen, dass sich ein Konkurrent das angeschlagene Unternehmen einverleibt. Als Kandidaten gelten sowohl der italienische Lebensmittelhersteller Granarolo als auch der französische Wettbewerber Lactalis. Der Lebensmittelriese Nestlé hat dagegen ein Interesse dementiert.

Parmalat war Ende 2003 nach einem riesigen Bilanzskandal unter einer Schuldenlast von mehr als 14 Mrd. Euro zusammengebrochen. Mit Hilfe internationaler Banken hatten die Manager aus Parma ein weitreichendes Netz aus Scheinfirmen und Finanzvehikeln aufgebaut, um die Probleme zu vertuschen. Leidtragende waren vor allem die Anleger. Viele italienische Familien, die im Glauben an die vertraute Milch-Marke ihr Vermögen in Parmalat-Anleihen und -Aktien investierten, haben ihr Geld verloren.

Unter dem Insolvenzverwalter Enrico Bondi hat das Unternehmen ganze Geschäftsbereiche abgestoßen und die Aktivitäten deutlich beschränkt. Der Börsengang ist das Finale der drastischen Restrukturierung. Allerdings unterscheidet sich Parmalats Weg an die Börse deutlich von einem gewöhnlichen Börsengang: Denn die Aktionäre der neuen Parmalat sind allesamt ehemalige Besitzer von Anleihen oder andere Gläubiger, deren Forderungen in Aktien getauscht werden. Die neuen Parmalat-Aktien, insgesamt 1,6 Milliarden Stück, können nicht im Vorfeld gezeichnet werden.

Was nach dem Börsengang passiert, hängt vor allem davon ab, wie viele Aktionäre ihre Papiere halten und wie viele sich sofort davon trennen wollen. Die Aktie, die zu einem Nominalwert von einem Euro an den Markt kommt, wurde auf dem Graumarkt bereits für 2,50 Euro gehandelt. Damit wird das Unternehmen mit insgesamt vier Mrd. Euro bewertet. Die Investmentbank Lehman Brothers empfiehlt die Aktie zum Kauf. Einen fairen Preis legt Lehman jedoch nicht fest, da es zu schwer abzuschätzen sei, wie viel der insgesamt eingeklagten 43 Mrd. Euro das Unternehmen je sehen werde, argumentieren die Analysten.

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