Leberkrebs
Bayer-Medikament Nexavar zeigt Therapieerfolg

Der Bayer-Konzern hat mit seinem Krebsmedikament Nexavar einen wichtigen Erfolg in der klinischen Entwicklung verbucht. So zeigte der Wirkstoff nach Angaben des Unternehmens in einer zulassungs-relevanten Phase-III-Studie bei Patienten mit Leberkrebs eine deutliche Verlängerung der Überlebenszeit.

LEVERKUSEN. Damit haben sich die Aussichten, dass Nexavar bei einer ganzen Reihe von Krebsarten eingesetzt werden kann, wieder deutlich verbessert. Bayer und ihr amerikanischer Kooperationspartner Onyx wollen nun auf Basis der Daten schnellstmöglich eine Zulassung von Nexavar in der Indikation Leberkrebs beantragen. Bisher ist das Mittel bereits für die Behandlung von Nierenkrebs zugelassen. Er wird darüber hinaus auch gegen Lungen- und Brustkrebs getestet.

Die Studie im Bereich Leberkrebs, an der rund 600 Patienten teilnahmen, sollte ursprünglich noch länger laufen. Doch hat ein unabhängiges Monitoring-Gremium einen vorzeitigen Abbruch empfohlen, um allen Patienten die Möglichkeit zu geben, auf Nexavar umzusteigen. Eine solche Entscheidung gilt allgemein als Indiz dafür, dass die Daten besonders eindeutig ausgefallen sind. "Die höhere Gesamtüberlebensrate im Vergleich zur Behandlung mit Placebo belegt eindeutig die Wirksamkeit von Nexavar bei der Therapie des fortgeschrittenen Leberzellkarzinoms", zitiert Bayer in einer Mitteilung den Studienleiter Jordi Bruix von der Universität Barcelona. Genaue Daten will Bayer Anfang Juni auf dem Kongress der American Society of clinical Oncology (ASCO) vorstellen.

Der von Onyx und Bayer gemeinsam entwickelte Wirkstoff zielt darauf, sowohl verschiedene Wachstumsfaktoren von Krebszellen zu blockieren als auch die Blutversorgung von Tumoren zu bremsen. Vor allem die Hoffnung, mit diesem Wirkmechanismus ein breites Spektrum an Krebserkrankungen behandeln zu können, macht das Mittel zu einem Schlüsselprodukt für die Pharmasparte von Bayer. Entsprechende Studien lieferten zuletzt allerdings eher enttäuschende Ergebnisse, so insbesondere Anfang Dezember ein Test bei Hautkrebspatienten.

Die nun bekannt gegebenen Resultate für Leberkrebs bringen insofern eine Art Trendwende für den Wirkstoff. Sie dürften zudem seine Wettbewerbsposition gegenüber dem Konkurrenzprodukt Sutent von Pfizer verbessern, das nach einem ähnlichen Wirkprinzip arbeitet und ebenfalls bereits gegen Nierenkrebs zugelassen ist.

Der Aktienkurs von Bayer reagierte am Montag zwar nur mit einem leichten Plus auf die Meldung, die Aktie von Onyx indessen legte um fast 50 Prozent zu, nachdem sie im Dezember noch deutliche Verluste verbucht hatte.

Leberkrebs gehört in Deutschland mit einem Anteil von etwa drei Prozent an allen Krebserkrankungen eher zu den seltenen Tumorarten. Weltweit werden nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft jährlich allerdings etwa eine Million Neuerkrankungen gezählt, ausgelöst überwiegend durch unbehandelte Hepatitis-Infektionen. Je nach Akzeptanz und Preisgestaltung könnte sich daher Nexavar in diesem Bereich daher ein Umsatzpotenzial von mehreren Hundert Millionen Euro ergeben. Noch deutlich größere Chancen könnten sich im Bereich Lungen- und Brustkrebs eröffnen, vorausgesetzt die entsprechenden Tests fallen ebenfalls positiv aus. Allerdings ist in diesem Einsatzbereich auch die Konkurrenz härter, insbesondere durch bereits stark verordnete Präparate wie Avastin und Tarceva von Roche.

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