Lederchemie
Clariant schließt Konzernumbau ab

Der Schweizer Chemiekonzern Clariant ist offenbar dabei, seine Abteilung für Lederchemie mit dem Unternehmen Stahl zusammenzulegen. Damit würde eine der größten Firmen für Lederbehandlung der Welt enstehen.
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ZürichDer Schweizer Chemiekonzern Clariant schließt seinen angekündigten Konzernumbau mit einem letzten Spartenverkauf ab. Clariant werde sein Lederchemie-Geschäft an die niederländische Chemiefirma Stahl abgegeben, kündigte der Konzern am Mittwoch an. "Für Clariant markiert die geplante Transaktion den letzten großen Schritt in der Neuaufstellung der Geschäfte", erklärte Firmenchef Hariolf Kottmann. Der Manager hatte einen umfassenden Umbau bei Clariant eingeleitet und mehrere Geschäfte auf die Verkaufsliste gesetzt. Im dritten Quartal überraschte das Unternehmen aus Muttenz bei Basel mit einem unerwartet hohen Gewinn.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die Titel des Chemiekonzerns stiegen in einem festeren Markt zeitweise um mehr als 3,4 Prozent auf 15,66 Franken und gewannen damit stärker als der europäische Branchenindex für die großen Chemietitel.

Clariant soll für die Lederchemie 23 Prozent der Stahl-Aktien plus eine Barzahlung von rund 85 Millionen Franken (69 Millionen Euro) erhalten. Mehrheitsaktionär von Stahl bleibt die französische Investmentfirma Wendel. Die Transaktion soll 2014 in trockenen Tüchern sein. 2012 erzielten die Clariant-Geschäfte mit Substanzen zur Lederbearbeitung einen Umsatz von 266 Millionen Franken und einen operativen Gewinn (Ebitda vor Sondereinflüssen) von 24 Millionen Franken. Die Sparte hat rund 550 Beschäftigte.

Im September hatte Clariant bereits den Verkauf der drei Sparten Textilchemikalien, Papier-Spezialitäten und Emulsionen unter Dach und Fach gebracht. Auch für die Geschäfte mit Reinigungschemikalien und Zwischenprodukten hat Clariant inzwischen einen Käufer gefunden. Der Konzern will sich auf weniger konjunkturanfällige Geschäfte konzentrieren. Clariant-Chef Kottmann will mit der Neuausrichtung die operative Rendite des Konzerns deutlich anheben.

Im dritten Quartal erzielte Clariant mit den fortgeführten Geschäften 129 Millionen Franken Reingewinn - fast dreimal mehr als vor einem Jahr. Analysten hatten im Schnitt lediglich 59 Millionen erwartet. Der Umsatz sank allerdings um drei Prozent auf 1,44 Milliarden Franken. Der Konzern bekam die Schwäche des japanischen Yen und einiger Schwellenländer-Währungen zu spüren, die die Einnahmen in Franken schmälerten. Ohne Wechselkurseinflüsse stieg der Umsatz um zwei Prozent.

Unter dem Strich machte sich der Konzernumbau negativ bemerkbar. Clariant schloss das vergangene Vierteljahr mit 204 Millionen Franken Verlust ab, nach neun Monaten stand unter dem Strich ein Fehlbetrag von 75 Millionen Franken. An seiner Mittelfristprognose hielt Clariant dennoch fest. 2015 wird unter Ausschluss von Sonderposten eine operative Rendite (Ebitda-Marge) von mehr als 17 Prozent angepeilt. Im dritten Quartal waren es 14,1 Prozent.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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