Leichter Gewinnrückgang erwartet
Pfizer setzt auf neue Medikamente

In diesem Jahr rechnet der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer damit, dass sich die harte Konkurrenz durch Nachahmermedikamente negativ in der Bilanz niederschlägt. Es wird ein leichter Gewinnrückgang erwartet. Neue Medikamente sollen 2007 bis 2008 aber wieder ein prozentual hohes einstelliges Gewinnwachstum ermöglichen.

HB NEW YORK. Für das laufende Jahr erwartet Pfizer nun ohne Sonderposten einen Gewinn von rund 2,00 Dollar je Aktie nach 2,02 Dollar im Jahr 2005, wie der Branchenführer aus den USA am Freitag mitteilte. Analysten hatten für 2006 allerdings im Schnitt 2,04 Dollar erhofft. Für das Jahr 2007 hatten Analysten ein Gewinnwachstum von rund sechs Prozent prognostiziert. „Dies ist eine Zeit der Transformation für uns und unsere Industrie“, erklärte Konzernchef Hank McKinnel. Pfizer reagiere auf die Realitäten seines Geschäftsumfeldes.

Vor vier Monaten hatte Pfizer seine Prognose eines zweistelligen Gewinnwachstums für 2006 verworfen und dies unter anderem mit auslaufenden Patenten und starker Konkurrenz durch Generika begründet. Daraufhin war die Pfizer-Aktie auf den tiefsten Stand seit acht Jahren gefallen. Der Kurs hatte sich seitdem jedoch wieder erholt. Am Freitagnachmittag lag die Pfizer-Aktie 2,81 Prozent im Minus bei 25,59 Dollar.

Kurzfristig würden die Ergebnisse durch den Verlust der Exklusivität bei älteren Arzneien beeinflusst werden, räumte Vize-Chairman David Shedlarz ein. „Wir sehen langfristig eine schöne Zukunft, die durch das Wachstum bei aktuellen und neuen Arzneimitteln, durch Produktivitäts-Verbesserungen und durch neue Initiativen zur Verbesserung des Shareholder Value angetrieben wird“, ergänzte er.

Bei seinem lukrativen Cholesterinsenker Lipitor gehe Pfizer dieses Jahr von einem Umsatzwachstum auf mehr als 13 Mrd. Dollar aus, teilte der Konzern mit. Vergangenes Jahr schaffte es Lipitor - in Deutschland unter dem Namen Sortis bekannt - auf einen Umsatz von 12,2 Mrd. Dollar. Das Pfizer-Präparat ist das weltweit umsatzstärkste Medikament. Das Präparat Celebrex, das bei der Behandlung von Arthritis zum Einsatz kommt, solle dieses Jahr die Marke von zwei Mrd. Dollar Umsatz übertreffen nach 1,7 Mrd. Dollar 2005. Sicherheitsbedenken hatten zuletzt die Erlöse bei dem Medikament gedrückt.

Pfizer kündigte außerdem an, in diesem Jahr sechs neue Arzneimittel auf den Markt bringen zu wollen. Mit den neuen Medikamenten soll dann 2007 wieder ein Umsatzwachstum im Konzern erzielt werden. In diesem Jahr würden die Konzernerlöse dagegen wahrscheinlich auf dem Niveau von 2005 liegen.

Für sein Geschäft mit Gesundheits- und Körperpflegeprodukten will das Management eine Entscheidung im dritten Quartal 2006 treffen. Pfizer hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, der Konzern erwäge den Verkauf der Sparte, die so bekannte Marken wie Listerine-Mundwasser umfasst. Es sei aber auch möglich, dass das Unternehmen an dem Bereich festhalte, der 2005 auf einen Umsatz von 3,88 Mrd. Dollar kam. Die Bewertungen am Markt für große Consumer-Care-Geschäfte seien derzeit attraktiv, hatte das Pfizer-Management die Überlegungen begründet.

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