Leichtes operatives Gewinnplus
Sparmaßnahmen bringen Agfa voran

Kosteneinsparungen haben dem belgischen Foto- und Grafikspezialisten Agfa-Gevaert trotz Konjunkturflaute und Eurostärke im ersten Halbjahr zu einem leicht verbesserten operativen Gewinn verholfen. In seiner schwachen Sparte Consumer Imaging will Agfa seinen Sparkurs mit der Streichung weiterer 550 Stellen noch verschärfen.

Reuters BRÜSSEL. Das operative Ergebnis sei im Zeitraum Januar bis Juni leicht auf 189 Mill. € gestiegen nach 186 Mill. € ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Brüssel mit. Analysten hatten im Schnitt dagegen mit einem etwas geringeren Betriebsgewinn gerechnet. Negative Währungseinflüsse sowie der Einfluss der schwachen Konjunktur in den Sparten Consumer Imaging und Graphic Systems ließen den Umsatz dagegen um 10,7 % auf 2,124 Mrd. € sinken. Einen Geschäftsausblick auf das Gesamtjahr legte Agfa nicht vor.

„Alles in allem können wir sagen, dass der Agfa-Bericht die Erwartungen traf, ausgenommen Graphics und die viel höhere Restrukturierung, die bei Consumer Imaging nötig ist“, kommentierte KBC-Securities-Analyst Dirk Saelens. Die Agfa-Aktie lag im Vormittagshandel mit gut einem Prozent im Minus bei 19,50 €.

Sollten sich Anzeichen einer konjunkturellen Erholung bestätigen, sei das Unternehmen für Aussichten und Ergebnisse der Arbeitsgebiete Graphic Systems und Health-Care in der zweiten Jahreshälfte zuversichtlich, hieß es zum weiteren Geschäftsverlauf in diesem Jahr. Unsicherheiten auf den Verbraucher-Fotomärkten und die zusätzlichen Restrukturierungen in der Sparte Consumer Imaging ließen jedoch keine konkrete Prognose zum operativen Konzerngewinn im zweiten Halbjahr zu.

Die beiden Sparten Graphic Systems und Technical Imaging konnten ihren operativen Gewinn im Halbjahr jeweils verbessern. Die Sparte Consumer Imaging, die kleinste im Agfa-Konzern, verzeichnete im Halbjahr dagegen einen operativen Verlust von 24,9 Mill. € nach einem Gewinn von 24,7 Mill. € im Jahr zuvor. Grund seien die schwachen Konsumenten-Märkte sowie die Reiseflaute, die sich auf die Nachfrage nach Filmen und Laborprodukten ausgewirkt habe.

Um wieder schwarze Zahlen bei Consumer Imaging zu schreiben will Agfa nun zusätzliche Sparmaßnahmen auflegen. Insgesamt hält Agfa in diesem Bereich Einsparungen von 100 Mill. € jährlich für möglich. Dabei soll die Zahl der Beschäftigten um 750 sinken, worin 200 Stellen enthalten sind, deren Abbau der Konzern schon früher bekannt gegeben hatte. Die Kosten des Programms bezifferte Agfa mit 50 Mill. €, wovon acht Mill. bereits im zweiten Quartal bilanziert worden seien.

Unter dem Strich verdiente Agfa im Halbjahr einen Konzerngewinn von 99 Mill. €, ein Plus von 68 %. Dabei profitierte der Konzern auch von binnen Jahresfrist deutlich gesunkenen Ertragssteuern.

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