Leichtmetallgießerei
Autozulieferer Honsel meldet Insolvenz an

Der Automobilzulieferer Honsel hat Insolvenz angemeldet - und das trotz gut laufender Geschäfte. Offenbar ist die Leichtmetallgießerei für Zylinderköpfe oder Motorblöcke an der stark steigenden Nachfrage gescheitert - vielleicht aber auch an der Übernahme durch eine Tochter des Finanzinvestors Ripplewood.
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HB FRANKFURT. Die Sanierung des Autozulieferers Honsel AG ist gescheitert. Der Leichtmetall-Spezialist aus dem sauerländischen Meschede, der mehrheitlich dem Finanzinvestor RHJ (Ripplewood) gehört, meldete nach eigenen Angaben Insolvenz an.

Im Juli 2009 war das angeschlagene Unternehmen durch den Verzicht der Banken auf einen Teil der Kredite finanziell auf gesündere Beine gestellt worden, doch im Aufschwung erwies sich die Decke erneut als zu kurz. Nun soll Insolvenzverwalter Frank Kebekus das Unternehmen sanieren. Die Kunden aus der Automobilindustrie sollen so weit möglich weiter beliefert werden.

Spekulationen über zunehmende Probleme bei Honsel gibt es schon länger. Erst vor vier Wochen hatte Vorstandschef Peter Harbig seinen Hut genommen. Das Unternehmen räumte nun ein, dass die Verhandlungen mit den Banken gescheitert seien. Honsel ist eine der ersten Firmen, die offenbar an der raschen Rückkehr der Nachfrage gescheitert sind. Der Investitionsstau, der durch das fehlende Geld ausgelöst worden sei, habe laufende Projekte und Serienanläufe behindert, erklärte Vorstandssprecher Stefan Eck.

Insolvenzverwalter warnen seit langem vor Pleiten im Aufschwung, wenn die Unternehmen zum Kauf von neuen Anlagen, Maschinen und zur Vorfinanzierung neuer Aufträge gezwungen sind. Honsel stellt Leichtmetallteile für Motoren, Getriebe, Fahrwerke und Karosserien für Autos und Nutzfahrzeuge her. Im Geschäftsjahr 2009/10 (Ende März) beschäftigte Honsel noch 3800 von einst 5000 Mitarbeitern und setzte nach einem Umsatzeinbruch noch 540 Millionen Euro um.

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