Leihwagen statt Autokauf
Generation ohne Golf

Für junge Menschen sind Autos kein Statussymbol mehr. Die Hersteller sind alarmiert und Hersteller locken die Jungen nun mit neuen Konzepten vom Car-Sharing bis zum Elektroroller. Wie die Branche verzweifelt versucht, die nächste Kundengeneration zu ködern.
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PARIS. Für BMW-Chef Norbert Reithofer steht der Weg bereits fest. „Die Mobilitätsbedürfnisse werden sich zukünftig verändern“, so seine Prognose. Bisher haben die Autobauer von Verkauf, Finanzdienstleistungen und Wartung ihrer Fahrzeuge gelebt. Doch die Branche ist im Umbruch.

Längst ist der Autokauf für eine wachsende Zahl junger Menschen keine Selbstverständlichkeit mehr. Ein alarmierender Trend. Die ersten Konzerne reagieren bereits auf die sich verändernden Kundenwünsche und entwickelt neue Geschäftsmodelle. Die Branche, in der es jahrzehntelang darum ging, wer die größten und stärksten Autos baut, arbeitet nun daran mit, sich teilweise selbst überflüssig zu machen.

Die Konzerne testen Car-Sharing-Konzepte und Mitfahrzentralen unter ihrer Regie aus – und beim Pariser Autosalon, der heute beginnt, stellen BMW und Daimler erstmals neue Elektroroller vor. Dahinter steckt viel Marketing, aber auch der verzweifelte Versuch, junge Menschen wieder für das Auto zu erwärmen.

Für die Branche bahnt sich damit eine Zeitenwende an. „Die Automobilindustrie wird sich zur Mobilitätsindustrie wandeln“, bringt es Marc Winterhoff von der Beratung McKinsey auf den Punkt. Das Umdenken hat schon begonnen. Quer durch die Industrie gibt es derzeit kaum einen Hersteller, der nicht über neuen Geschäftsmodellen brütet.

Als einer der Ersten hat der französische Autohersteller Peugeot mit einem Strategieschwenk reagiert. Nach Paris haben die Franzosen nun auch in Berlin den Startschuss für ihr Projekt „Mu“ – sprich Mü – gegeben. Es soll das Car-Sharing-Publikum zu den Händlern locken. Und es soll nicht zuletzt auch die ab Ende des Jahres ausgelieferten Elektroautos populär machen.

Das Peugeot-Projekt funktioniert nach dem Prinzip der Prepaid-Handy-Tarife. Gebucht werden kann alles rund um Mobilität: Fahrräder, Dachgepäckträger, Navigationsgeräte, Roller und Autos.

Laut Jean-Marc Gales, Markenvorstand von PSA Peugeot Citroën, hat Mu derzeit 4 000 Nutzer, die Zahl wachse aber „exponenziell. Im Schnitt würde ein Kunde pro Aufladung seiner Karte 100 Euro gutschreiben. Die für das Programm genutzten Vorführfahrzeuge würden bereits 30 bis 40 Prozent der Zeit genutzt werden. „Wir wollen 60 Prozent erreichen“, sagt Gales.

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