Leoni Kabelhersteller will 2017 wieder wachsen

Die vergangenen zwei Jahre musste der Kabelhersteller Leoni viele Rückschläge einstecken. 2016 kostete ein Betrugsfall und die Sanierung der Bordnetzsparte die Hälfte des Gewinns. 2017 soll der Umsatz wieder steigen.
Update: 23.03.2017 - 12:47 Uhr Kommentieren

Bankexperten: Konzernumbau bei Leoni zahlt sich aus

Bankexperten: Konzernumbau bei Leoni zahlt sich aus

NürnbergDer Kabel- und Bordnetze-Hersteller Leoni will die Rückschläge der zwei vergangenen Jahre hinter sich lassen. „Wir werden Leoni wieder in ruhigeres Fahrwasser führen“, sagte Vorstandschef Dieter Belle am Donnerstag in Nürnberg. Angesichts neuer Trends wie Elektromobilität und Digitalisierung habe sein Haus gute Wachstumschancen.

Belle kündigte für 2017 einen Umsatzanstieg von etwa fünf Prozent auf rund 4,6 Milliarden Euro an. Der operative Gewinn (Ebit) soll zwischen 180 und 200 Millionen Euro liegen. 2016 hatten ein Betrugsfall und die teure Sanierung der Bordnetzesparte Leoni die Hälfte des Gewinns gekostet; das Ebit sackte auf gut 78 Millionen Euro ab.

Laut Finanzvorstand Karl Gadesmann hat der Konzern für den Betrugsfall bei einer ausländischen Tochtergesellschaft vergangene Woche fünf Millionen Euro von der Versicherung bekommen; weitere Ansprüche werden demnach noch geklärt. Mögliche Schadenersatzforderungen gegen die vier betroffenen und mittlerweile gekündigten Mitarbeiter hingen von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ab. Es gebe derzeit keine Hinweise, dass die Beschäftigten aktiv mitgewirkt hätten.

Betrüger hatten Leoni 2016 mit Hilfe der sogenannten Chef-Masche innerhalb von knapp drei Wochen rund 40 Millionen Euro abgeluchst und auf Konten in China und Hongkong umgeleitet, wie der Finanzchef ausführte. „Für uns sind 40 Millionen verdammt viel Geld.“ Diese Summe hätte der Konzern lieber woanders investiert.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
1 von 14

14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
2 von 14

Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
3 von 14

Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
4 von 14

Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
5 von 14

Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
6 von 14

Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
7 von 14

Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

Um den Zulieferer auf neue Trends bei allen Abnehmerbranchen wie Digitalisierung, Energie- und Datenmanagement auszurichten, müsse man hohe Vorleistungen erbringen, sagte Vorstandschef Belle. Dies biete aber in Zukunft große Wachstumschancen. Nach den beiden Sparten werde die Strategie für den Gesamtkonzern weiter entwickelt. „Wir sind für die weitere Perspektive von Leoni sehr zuversichtlich“, sagte der Vorstandschef.

Laut Belle soll der Umsatz mittelfristig um vier bis fünf Prozent pro Jahr wachsen. „Bis zum Jahr 2019 steigt die Ebit-Marge auf einen mittleren einstelligen Wert“, kündigte der Leoni-Chef an. „Es gibt eine Spanne zwischen vier und sechs Prozent, mit einer Chance, dass es der höhere Wert sein könnte.“ Zum Ziel von sieben Prozent, das der Zulieferer lange Jahre erfolglos angestrebt hatte, sagte der Finanzchef, dies sei eindimensional und deshalb „nicht zielführend“. 2016 war die Rendite auf 1,8 Prozent abgesackt.

Belle erläuterte, das Wachstum in der Autoindustrie, die zunehmende technische Ausstattung von Pkw und Lkw und der Trend zu elektrischem und automatisiertem Fahren wirkten sich positiv für Leoni aus. Bei batteriebetriebenen Fahrzeugen könne Leoni etwa zehn Prozent mehr erlösen, bei Hybridfahrzeugen etwa 20 Prozent. Der Zulieferer macht rund 80 Prozent seiner Umsätze mit der Autoindustrie. An der Börse kam die Zuversicht gut an: Die Aktie legte bis zum Mittag um mehr als sechs Prozent zu.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Leoni - Kabelhersteller will 2017 wieder wachsen

0 Kommentare zu "Leoni: Kabelhersteller will 2017 wieder wachsen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%