Leopard-Panzer-Geschäft: Rüstungskonzern KMW geht Schmiergeldvorwürfen nach

Leopard-Panzer-Geschäft
Rüstungskonzern KMW geht Schmiergeldvorwürfen nach

2003 kaufte Griechenland mehr als 100 Leopard-Panzer des Herstellers KMW. Nun wirft ein Regierungsbeamter dem Unternehmen vor, Schmiergelder verteilt zu haben. KMW hat unabhängige Experten eingeschaltet.
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MünchenDer Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) geht Korruptionsvorwürfen aus Griechenland nach. Sofort nach den Presseberichten über griechische Vernehmungsprotokolle seien unabhängige Experten mit der Untersuchung der Aussagen beauftragt worden, teilte das Familienunternehmen am Freitag mit. Ein griechischer Beamter hatte erklärt, die Münchner hätten im Zusammenhang mit dem Verkauf von Leopard-Panzern Schmiergelder verteilen lassen. Die Rüstungsfirma wies die Anschuldigung erneut zurück. „KMW hat weder Bestechungsgelder gezahlt noch zahlen lassen und verpflichtet stets alle Mitarbeiter und Geschäftspartner, sich strikt rechtmäßig zu verhalten.“

Griechenland hatte 2003 bei KMW mehr als 100 Leopard-Panzer der neuesten Generation bestellt. Mit der aufkommenden Finanzkrise geriet die Regierung ab 2008 allerdings zunehmend in Zahlungsrückstand, und KMW musste lange auf die letzten Raten für das Hunderte Millionen Euro schwere Geschäft warten.

Der griechische Verteidigungsminister Dimitris Avramopoulos kündigte am Freitag Reformen an, um Waffenkäufe transparenter zu machen. In Kürze würden dem Parlament Vorschläge unterbreitet. Neben KMW ist auch die Bremer Atlas Elektronik wegen Schmiergeldzahlungen im Visier. Das Gemeinschaftsunternehmen von Thyssen-Krupp und Airbus erklärte, man kooperiere mit den Behörden in vollem Umfang. Die schnelle Aufklärung habe oberste Priorität. In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bremen sei eine interne Untersuchung veranlasst worden.

Griechenland hatte im vergangenen Jahrzehnt gemessen an seiner Wirtschaftsleistung die höchsten Rüstungsausgaben in der Europäischen Union. Sie sind auch ein Grund für die Verschuldung des Euro-Landes, das mit zwei internationalen Hilfspaketen vor der Pleite bewahrt wurde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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