Letzte Hürden beseitigt
Nissan Diesel geht an Volvo

Die Aktionäre des japanischen LKW-Herstellers Nissan Diesel haben grünes Licht dafür gegeben, sich zu 100 Prozent durch den schwedischen Partner Volvo übernehmen zu lassen. Damit erreichen die beiden Unternehmen offenbar problemlos, worüber VW, MAN und Scania seit Monaten vergeblich verhandeln: einen konkurrenzfähigen multinationalen LKW-Konzern zu schmieden.

fmk TOKIO. Die Aktionäre des japanischen LKW-Herstellers Nissan Diesel haben grünes Licht dafür gegeben, sich zu 100 Prozent durch den schwedischen Partner Volvo übernehmen zu lassen. Im Februar hatten die Unternehmen eine komplette Fusion beschlossen, Volvo fehlten aber zuletzt noch vier Prozent der Anteile an Nissan Diesel. Diese Anteile wird die japanische Seite nun zunächst selbst aufkaufen und dann an die Schweden weitergeben.

Zugleich ergaben sich einige organisatorische Änderungen, teilte Nissan Diesel am gestrigen Dienstag nach einer außerordentlichen Hauptversammlung mit. Die Japaner wollen Buchführung und Rechnungslegung den bei Volvo üblichen Verfahren anpassen. Ein Volvo-Mitarbeiter, Otto Erni, erhält dazu eine leitende Position bei Nissan Diesel.

Der Aufsichtsrat von Nissan Diesel stimmte im März dem Plan zu, sich von Volvo für gut 810 Mill.Euro übernehmen zu lassen. „Durch Synergieeffekte können wir Marktführer für Nutzfahrzeuge in Japan werden und weltweit ganz vorne mitspielen“, sagte Nissan-Präsident Iwao Nakamura. Die Einsparungen seien jedoch nur möglich, wenn Nissan Diesel sich in die Managementorganisation der Volvo-Gruppe integriere. Diese Schritte vollziehen die beiden LKW-Bauer jetzt. Damit erreichen Nissan Diesel und Volvo offenbar problemlos, worüber VW, MAN und Scania seit Monaten vergeblich verhandeln: einen konkurrenzfähigen multinationalen LKW-Konzern zu schmieden.

Die indische Zeitung Daily News & Analysis hatte am Montag berichtet, Volvo wolle demnächst Nissan-Laster in Indien vermarkten. Bisher verkauft Volvo dort unter 1 000 Fahrzeuge jährlich. Der Umsatzanteil aus Asien habe mit dem Nissan-Zukauf aber bereits 18 Prozent erreicht und solle weiter steigen, sagte Volvo-Manager Eric Leblanc der Zeitung. Umgekehrt will Nissan Diesel auf Volvos Vertriebsnetz und die technischen Fertigkeiten der Schweden zugreifen. Der japanische LKW-Hersteller hatte bis 2002 Schulden in Höhe von einer knappen Mrd. Euro angehäuft und ist auf einen finanzstarken Partner angewiesen.

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