Letztes Jahr in Freiheit: Steuerrecht verhilft Schwarz Pharma zu kleinem Gewinn

Letztes Jahr in Freiheit
Steuerrecht verhilft Schwarz Pharma zu kleinem Gewinn

Mit einen kleinen Jahresgewinn verabschiedet sich der Monheimer Arzneimittelhersteller Schwarz Pharma aus der Selbstständigkeit. Künftig wird das Unternehmen unter belgischer Führung agieren.

rtr FRANKFURT. Unter dem Strich habe Schwarz Pharma im vergangenen Jahr einen Gewinn von 12,4 Mill. Euro erwirtschaftet, nachdem noch 2005 ein Verlust von 54,1 Mill. Euro zu Buche stand, teilte das Unternehmen am Montag mit. Damit schnitt Schwarz Pharma deutlich besser ab als von Analysten erwartet. Diese hatten mit einem Überschuss zwischen 5 und 9 Mill. Euro gerechnet. Ohne ein realisiertes Körperschaftssteuer-Guthaben von 23,1 Mill. Euro wäre Schwarz Pharma jedoch weiter im Minus geblieben. Im operativen Geschäft waren es vor allem Lizenzzahlungen des US-Partners Pfizer, die das Ergebnis in die Höhe trieben.

Der Umsatz legte um 1 Prozent auf 1 Mrd. Euro zu. Hier hatten Analysten sogar einen leichten Rückgang erwartet. Seinen Aktionären will Schwarz Pharma für das vergangene Jahr eine Dividende von 20 Cent je Aktie zahlen, was dem Wert aus dem Jahr 2005 entspricht.

Viertes Quartal

Im vierten Quartal alleine blieb ein Verlust von 1,6 Mill. Euro nach einem Minus von 5,7 Mill. Euro vor Jahresfrist. Auch hier verbesserte ein Steuerertrag von 14,8 Mill. Euro das Ergebnis, während Sonderzahlungen an die Beschäftigten und Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme durch UCB das Ergebnis schmälerten. Der Betriebsverlust lag nach Firmenangaben bei 7,5 Mill. Euro nach einem Betriebsgewinn von 6,3 Mill. Euro vor Jahresfrist. Der Konzernumsatz nahm um 4,4 Prozent auf 280,2 Mill. Euro zu.

Schwarz Pharma wird derzeit von der belgischen Pharmagruppe UCB übernommen, die sich bereits rund 90 Prozent der Anteile an den Monheimern gesichert hat. UCB will über einen Beherrschungsvertrag die Integration zügig vorantreiben. Dem Vertrag sollen die Aktionäre von Schwarz Pharma auf der ordentlichen Hauptversammlung im Mai zustimmen. Die noch verbleibenden freien Aktionäre erhalten nach der Eintragung dieses Vertrages eine Ausgleichszahlung oder eine ewige Rente. Die Höhe der Zahlung wird von einem Gutachter festgesetzt und hängt unter anderem vom Aktienkurs in den 90 Tagen vor der Hauptversammlung ab. Für einen zwangsweisen Ausschluss der Minderheitsaktionäre müsste UCB weitere Aktien am Markt kaufen, um die dafür nötige Schwelle von 95 Prozent zu erreichen.

Durchwachsener Ausblick

Für das laufende Jahr erwartet Schwarz Pharma wegen eines schwachen US-Geschäfts einen Umsatzrückgang auf 800 bis 850 Mill. Euro – bei einem positiven Jahresergebnis. Um die Gewinnzone trotz der nötigen Restrukturierungsaufwendungen in den USA zu erreichen, erwägt das Unternehmen auch Produktverkäufe und Partnerschaften. Im Jahr 2006 hatten die Erlöse in Amerika noch um 3,9 Prozent zugelegt, während sie in Europa um 1,9 Prozent gefallen waren.

UCB hatte sich im vergangenen September mit den Familienaktionären des Traditionsunternehmens auf eine Übernahme verständigt und je Schwarz-Pharma-Aktie 50 Euro in bar sowie 0,8735 neue UCB-Aktien angeboten. Die Offerte bewertet das 1928 gegründete Unternehmen mit 4,4 Mrd. Euro. Die 4 500 Mitarbeiter von Schwarz Pharma erhalten im Zuge der Übernahme jeweils 10 000 Euro von der Familie, die 60 Prozent der Anteile gehalten hatte.

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