Leuchtenhersteller
Siemens verkauft milliardenschwere Restbeteiligung an Osram

Siemens verkauft fast seine komplette Restbeteiligung am Leuchtenhersteller Osram. Die Papiere haben einen Wert von gut 1,2 Milliarden Euro. Der Schritt war schon seit einiger Zeit erwartet worden.
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MünchenNach einer teilweise turbulenten Übergangszeit entlässt Siemens die Ex-Tochter Osram nun ganz in die Unabhängigkeit. Am Mittwochabend verkündete der Technologiekonzern den Verkauf seiner fast kompletten Restbeteiligung. Der Erlös aus dem Verkauf von 17,34 Prozent der Osram-Anteile dürfte laut Branchenschätzungen bei etwa 1,2 Milliarden Euro liegen. Nur für die Bedienung einer Optionsanleihe wird Siemens noch eine geringe Anzahl behalten.

Der Schritt war schon seit einiger Zeit erwartet worden. Für Siemens gehören die Lichtaktivitäten nicht mehr zum Kerngeschäft, darum hatte man die Tochter vor vier Jahren an die Börse geschickt. Für den Übergang blieb Siemens erst einmal noch Ankeraktionär. Allerdings war das Verhältnis zu Konzernchef Olaf Berlien zwischenzeitlich schwer gestört. Als dieser einen Strategieschwenk in Form einer Milliardeninvestition in Malaysia verkündete, brach der Aktienkurs zwischenzeitlich ein. Siemens votierte auf der Hauptversammlung 2016 im Streit um die richtige Strategie sogar gegen Berliens Entlastung. Ein höchst ungewöhnlicher Schritt.

Doch inzwischen hat sich der Kurs erholt, Siemens-Chef Joe Kaeser hat das Management des Lichtkonzerns gelobt, und die Wogen haben sich geglättet. Dass die Siemens-Aktien nun bei institutionellen Investoren platziert werden sollten, dürfte bei Osram auf positive Resonanz stoßen. Siemens hatte alle Optionen geprüft – vor allem der mögliche Einstieg von Chinesen hatte bei Arbeitnehmervertretern und in der Politik für Unruhe gesorgt.

Bei Osram hieß es nun: „Wir danken Siemens für die Begleitung und die Rolle als Ankeraktionär in der Zeit seit dem Börsengang und während unserer Transformation zum Hightech-Unternehmen.“ Im Umfeld von Siemens hieß es, der Zeitpunkt habe nun für diesen Schritt gepasst. Für Siemens dürfte laut Branchenschätzungen ein dreistelliger Millionenbetrag als Buchgewinn bleiben. Seit dem Börsengang ist der Osram-Aktienkurs von 24 auf 67 Euro gestiegen. Damit können beide Seiten zufrieden sein.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

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