Leuchtioden
Osram baut das LED-Geschäft aus

Leuchtdioden gibt es seit mehr als 40 Jahren. Doch jetzt ziehen die Lämpchen, die für gewöhnlich nur als LEDs bezeichnet werden, in den Alltag ein. Davon profitiert der Münchener Beleuchtungsspezialist Osram. Die Tochter des Siemens-Konzerns rechnet in den nächsten Jahren mit einem kräftig steigenden Umsatz mit LEDs – und erweitert ihre Fabriken.

REGENSBURG. „Der Markt für LEDs wächst durch viele neue Anwendungen“, sagte Rüdiger Müller, Chef der Osram Opto Semiconductors, im Gespräch mit dem Handelsblatt. In dem in Regensburg angesiedelten Unternehmensbereich hat Osram sein Geschäft mit LEDs gebündelt. Der Name der Firma ist Programm, denn LEDs basieren auf Halbleitern (englisch: Semiconductors) und Osram betreibt deshalb eigene Chipfabriken.

Müller geht davon aus, dass künftig deutlich mehr LEDs als heute in Handys und Autos, aber auch in der Unterhaltungselektronik eingesetzt werden. Derzeit geben die Hersteller von Mobiltelefonen nur etwa zwei Euro pro Gerät für LEDs aus. Wenn die Vorstellungen von Osram Wirklichkeit werden, steigt die Summe bald auf zehn Euro. „In zehn Jahren hat jedes Handy einen Projektor eingebaut“, prophezeit Müller. Dazu braucht es starke LEDs.

Schon heute nutzen die Autoprodzenten immer öfter LEDs. In Rücklichtern sind die Lichtpunkte bereits weit verbreitet. Auch im Autoradio, im Armaturenbrett und als Sensoren werden sie eingesetzt. Künftig werden sie aber auch in die Frontscheinwerfer eingebaut oder als zusätzliche Sensoren genutzt. So wird nach Ansicht von Osram der Wert der LEDs je Auto von heute fünf bis zehn Euro auf 50 Euro steigen.

Osram bereitet sich mit hohen Investitionen auf das Wachstum vor. „Wir bauen ein neues Werk in Malaysia und rüsten unsere Fabrik in Regensburg kräftig auf. Eines Tages werden wir auch eine dritte und vierte Fabrik brauchen“, sagt Müller. Im Geschäftsjahr 2005/2006 kam die Geschäftseinheit auf einen Umsatz von mehr als 500 Mill. Euro, das waren zwölf Prozent der gesamten Erlöse von Osram. Die Zahlen für das am 30. September zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2006/2007 legt Siemens Anfang November vor.

In den vergangenen Wochen haben Gerüchte die Runde gemacht, Siemens würde einen Börsengang oder Verkauf von Osram vorbereiten. Die Spekulationen bekamen zusätzliche Nahrung, als Konzernchef Peter Löscher für Anfang kommenden Jahres eine neue Aufteilung des Traditionsunternehmens ankündige. Demnach wird Siemens in drei Sparten unterteilt: Gesundheit, Energie und Infrastruktur. Osram lässt sich diesen Bereichen schwer zuordnen. Allerdings wies Löscher alle Spekulationen zurück, er wolle sich von der hoch profitablen Sparte trennen.

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