Lexus-Chef Fukuichi
„Draufgänger sind begehrter“

Lexus will mit dem NX die deutschen Premiumhersteller attackieren. Im Interview verrät Lexus-Chef Fukuichi, wie die Japaner ihr braves Image ablegen wollen und warum er keine Angst vor schärferen Abgasvorgaben hat.
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Handelsblatt: Mit dem NX haben Sie einen völlig überarbeiteten SUV mit nach Paris gebracht. Was unterscheidet diesen SUV von seinen Vorgängern?
Tokuo Fukuichi: Wir hatten da wirklich eine sehr originelle Idee. Das erste, worauf wir Wert gelegt haben, ist dass wir uns nicht einfach an den drei großen, deutschen Premiumherstellern orientieren, sondern etwas ganz Eigenes entwerfen. Für den NX gilt, was für alle unsere Fahrzeuge gilt: Wir wollen etwas besonders Außergewöhnliches schaffen.

Wie wichtig ist das Modell für Lexus in Europa? Derzeit sind sie auf diesem Markt ja noch relativ schwach aufgestellt…
Das denke ich nicht. Wir haben einen Marktanteil von unter einem Prozent, viele Kunden kennen Lexus also noch nicht. Daher gibt es auch hier ein Potential für Wachstum. Wir rechnen damit, dass wir 2015 in Europa 65.000 Fahrzeuge verkaufen – davon 23.000 NX. Damit wäre er aus dem Stand unser meistverkauftes Modell.

Wie würden Sie einen BMW-Fahrer überzeugen, auf einen Lexus umzusteigen?
Bei uns finden Sie ein außergewöhnliches Design, wir haben mit dem Hybrid einen Antrieb, den BMW so nicht hat.

Sie werben auch hier auf der Messe mit dem Rapper Will.i.am, der Spot sieht insgesamt sehr amerikanisch aus. Liegt ihr Fokus also weiterhin vor allem auf dem US-Markt?
Bisher haben wir uns vielleicht auf den US-Markt konzentriert, weil wir dort besonders erfolgreich waren. Dennoch: Wenn man als Premiummarke wahrgenommen werden will, muss man global aufgestellt sein. Und das wollen wir auch.

Volkswagen hat im vergangenen Jahr die große Plug-In-Offensive begonnen, Daimler will bis 2017 zehn neue Plug-In-Modelle bauen. Warum gibt es eigentlich keinen Plug-In von Lexus? Ihr Mutterkonzern Toyota nutzt diesen Antrieb doch bereits?
Unseren Vollhybridantrieb auf Plug-in Technik aufzurüsten ist vergleichsweise leicht, denn in den Fahrzeugen befindet sich bereits ein starker Elektroantriebsmotor. Bislang zeigt sich aber, dass die Kunden nicht bereit sind den erheblichen Aufpreis für die größere elektrische Reichweite zu zahlen.

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