LHS
Ericsson greift nach deutscher Softwarefirma

Ericsson will den deutschen Spezialisten für Abrechnungssoftware, LHS aus Frankfurt, für 2,9 Mrd. Kronen (311 Mill. Euro) übernehmen. Die Eigentümer von 75,1 Prozent aller LHS-Aktien haben dem Übernahmeangebot bereits zugestimmt.

hst STOCKHOLM. Der schwedische Telekommunikationsausrüster Ericsson bietet den Aktionären der erst im vergangenen Herbst an die Börse gegangenen LHS 22,50 Euro je Aktie. Das ist ein um 13 Prozent höherer Preis als die Schlussnotierung vom Montag. Die Eigentümer von 75,1 Prozent aller LHS-Aktien haben dem Übernahmeangebot bereits zugestimmt. Der Kauf soll nach Prüfung durch Kartellbehörden im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden.

„Dieses Geschäft ist für uns sehr wichtig, da den Handy-Nutzern nun auch attraktive Lösungen für das Bezahlen von besonderen Diensten ermöglicht wird“, begründete Jan Wäreby, Chef der Ericsson Multimedia-Sparte, den Kauf in Stockholm. LHS hat sich auf die Entwicklung von Bezahl- und Abrechnungssystem für Mobilfunkbetreiber spezialisiert. LHS wurde 1990 von ehemaligen IBM-Managern gegründet und beschäftigte zuletzt rund 550 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen 76,5 Mill. Euro um.

Die Stockholmer Telekom-Analystin Helena Nordman-Knutson vom Börsenmakler Öhman bezeichnet LHS als „interessantes Unternehmen“. Zwar zahle Ericsson viel für die Übernahme, doch hätten gerade gute Abrechnungssysteme ein großes Wachstumspotenzial, so die Expertin. Der Kurs der Ericsson-Aktie reagierte auf die Übernahme kaum, während der LHS-Kurs um zwölf Prozent kletterte.

Ericsson haben bislang nur ein eigenes Abrechnungssystem für Prepaid-Karten, als im Voraus bezahlte Handy-Abonnements. Den Schweden fehlt aber ein Abrechnungssystem für normale Handy-Abos, die im Nachhinein bezahlt werden. Nach Angaben von Ericsson-Chef Carl-Henrik Svanberg kann sein Konzern nach der LHS-Übernahme beide Abrechnungssysteme integrieren. „Ericsson und LHS bilden eine starke Kombination aus Pre- und Postpaid-Lösungen“, sagte er. Kostenpflichtigen Zusatzdiensten werden in der Mobilfunkbranche ein großes Wachstum vorhergesagt. Deshalb müssen Telekommunikationsausrüster Komplettlösungen anbieten.

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