Liberalisierter Gasmarkt: Gaskunden lassen Sparchance noch ungenutzt

Liberalisierter Gasmarkt
Gaskunden lassen Sparchance noch ungenutzt

Dass Privatkunden mit einem Gasversorger-Wechsel viel Geld sparen können, ist bekannt. Dennoch bleiben bislang die meisten Verbraucher bei ihren örtlichen Anbietern. Viele haben Angst bei Pannen in einer kalten Wohnung zu sitzen. Doch diese Sorge ist unbegründet. Es gibt Sicherungsmechanismen.

DÜSSELDORF. Seit dem vergangenen Herbst können deutsche Verbraucher ihre Gasanbieter endlich selbst wählen. Angesichts hoher Gaspreise dürften sich Millionen Deutsche auf die Suche nach den besten Angeboten machen, mag man meinen. Doch die Realität sieht anders aus: „Der Wettbewerb ist noch nicht groß in Gang gekommen“, sagt Thorsten Kasper vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Das bestätigt auch Thomas Stollberger vom Verbraucherportal „verivox.de“. Er schätzt die Zahl der Wechsler auf unter 100 000.

Dabei zahlt sich der Wechsel bereits jetzt in vielen Fällen aus: So kann etwa ein Berliner Muster-Haushalt mit einem jährlichen Gasverbrauch von 20 000 Kilowattstunden durch einen Wechsel zum günstigsten Anbieter knapp 70 Euro sparen. Das Sparpotenzial ist allerdings je nach Region sehr unterschiedlich groß: So bezahlt ein durchschnittlicher Verbraucher mit Grundtarif laut dem jüngsten bundesweiten Vergleich von Verivox für die gleiche Gasmenge bei den günstigen Stadtwerken Rotenburg (Wümme) rund 35 Prozent weniger als beim teuersten Anbieter Energierversorgung Gera. Die Berliner Gasag liegt in dem 733 Anbieter umfassenden Ranking auf Platz 247.

Dass dennoch die meisten Kunden bei ihrem Gaslieferanten bleiben, hat zwei Gründe: Erstens ist die Liberalisierung auf dem Gasmarkt erst so kurz her, dass viele Verbraucher ihre Chance noch nicht wahrgenommen haben. Zweitens waren bis vor kurzer Zeit nur in einigen deutschen Regionen – wie Hamburg oder Berlin – mehrere Gasanbieter am Start.

Das hat sich nun geändert: Die Eon-Tochter „E wie einfach“ wirbt aktuell damit, ihr Gas bundesweit zwei Cent billiger anzubieten als der Verbraucher im Grundtarif des jeweiligen lokalen Versorgers bezahlen muss. Allerdings: An einigen Orten sind Sparangebote bestimmter Gasversorger billiger als „E wie einfach“. Eon verspricht aber nur, billiger als die Grundtarife zu sein. Auch EnBW will sein Gas-Geschäft ausweiten und hat bereits laut über einen bundesweiten Vertrieb über die Discount-Tochter „Yello“ nachgedacht.

Diese und andere Vorstöße bringen Bewegung in den Markt: Nach den Berechnungen von Verivox spart zum Beispiel ein „E wie Einfach“-Kunde im Schnitt rund 42 Euro. Aufgrund der regionalen Preisunterschiede kann das Sparpotenzial den Berechnungen zufolge auch noch viel höher ausfallen: So können Kunden der Gasversorgung Angermünde ihre Rechnung mit einem Wechsel um bis zu 240 Euro drücken.

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