Liefer-Verzögerung
Airbus steht vor Schadenersatzforderung

Angesichts der Lieferschwierigkeiten bei Airbus kennen viele Fluggesellschaften kein Pardon. Die Airline Emirates, der größte Abnehmer des Airbus A380 hat schon Schadenersatz gefordert. Andere Fluggesellschaften prüfen noch. Die Liefer-Verzögerung hat zu dramatischen Kursverlusten von mehr als 30 Prozent der Konzernmutter EADS geführt.

HB FRANKFURT/MAIN. Die spätere Auslieferung verzögere Expansionspläne und habe Auswirkungen auf potenzielle künftige Umsätze, sagte ein Sprecher der Airline am Mittwoch. Auch andere Fluggesellschaften erwägen Kompensations-Forderungen. Die EADS-Tochter Airbus hatte rund sechs Monate vor dem Ersteinsatz des A380 den Auslieferungsplan um ein gutes halbes Jahr verschoben und produktionstechnische Gründe dafür verantwortlich gemacht.

Die Aktien der Airbus-Mutter brachen um knapp 33 Prozent auf 17,17 Euro ein. Die negativen Aussagen zum A380 seien „eine Katastrophe“, sagte ein Händler. Die Deutsche Bank senkte EADS-Titel von „Buy“ auf „Hold“ und reduzierte das Kursziel für die MDax-Aktie. Die Investmentbanker von Credit Suisse bewerteten die Verzögerungen ebenfalls sehr negativ. Ein Kursabschlag von 1,00 bis 2,50 Euro je Aktie sei unmittelbar gerechtfertigt, sagten die Experten.

Die rasant wachsende arabische Airline Emirates hat mit 43 Maschinen die größte Bestellung aufgegeben und sollte im kommenden April den ersten A380 in Empfang nehmen. Emirates werde sich nun mit Airbus an einen Tisch setzen, sagte der Sprecher. Es gebe eine Vereinbarung, und jede Seite habe bestimmte Verpflichtungen. „Wenn es von der anderen Seite zu Verzögerungen kommt, gibt es Vertragsstrafen, die sie zahlen muss“, erklärte er.

Auch die australische Fluggesellschaft Qantas erklärte, sie wolle innerhalb der kommenden zwei Wochen mit Airbus über Kompensationen verhandeln. Qantas hat zwölf Maschinen bestellt und prüft nach den Worten von Firmenchef Geoff Dixon derzeit die Auswirkungen der Lieferverzögerungen. Nun sollen etwa Flugzeuge später stillgelegt oder anders eingesetzt werden. Qantas hoffe, so die Schwierigkeiten durch die Verzögerung teils auffangen zu können, sagte Dixon.

Die Deutsche Lufthansa will unterdessen zunächst prüfen, ob und wenn ja welche Auswirkungen der neue Zeitplan von Airbus auf die Lufthansa-Bestellung hat. Zu möglichen Entschädigungsforderungen wolle sich das Unternehmen nicht äußern, sagte ein Sprecher. Lufthansa hat 15 der Großraumflugzeuge bestellt. Die ersten Maschinen sollten nach der bisherigen Planung um den Jahreswechsel 2007/08 ausgeliefert und mit dem Sommerflugplan 2008 in den Lufthansa- Liniendienst gestellt werden.

Der Airbus A380-Startkunde Singapore Airlines (SIA) äußerte sich enttäuscht. Die Airline rechnet aber trotz der Verzögerungen bei Airbus damit, bis März 2007 vier A380-Flugzeuge zu erhalten. „Wir haben vertraglich vereinbart, dass wir die ersten vier bis März 2007 erhalten“, sagte SIA-Sprecher Peter Tomasch am Mittwoch. Die Gesellschaft gehe weiterhin davon aus, noch 2006 das erste Flugzeug übernehmen zu können. Die Verzögerungen könnten sich aber auf weitere, von SIA bestellte Flugzeuge auswirken. Daher werde intensiv mit Airbus verhandelt. SIA hat insgesamt zehn A380 fest bestellt und Optionen über 15 weitere gezeichnet.

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