Lieferkette gesichert
Autozulieferer ZF rettet sich wichtige Honsel-Tochter

Der Autozulieferer ZF rettet eine Tochter des insolventen Zulieferers Honsel. Deren Druck-Guss-Unternehmen Fonderie Lorraine ist für eine Lieferkette von ZF ausgesprochen wichtig. So gesehen schluckt ZF einen eigenen Lieferanten.
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HB STUTTGART. Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen erhält eine Tochter des insolventen Wettbewerbers Honsel am Leben und sichert damit die eigene Lieferfähigkeit bei den Autobauern ab. ZF übernehme die im Saarland ansässige Druckguss-Tochter Fonderie Lorraine aus der Insolvenzmasse von Honsel, teilte der drittgrößte deutsche Autozulieferer am Freitag mit. Honsel hatte Ende Oktober Insolvenz beantragt, da die Sanierung der vom Finanzinvestor RHJ (Ripplewood) kontrollierten Leichtmetall-Gießerei gescheitert war.

„Wir sichern mit diesem Schritt die Lieferkette für unsere Automatik-Getriebe“, begründete ZF-Manager Gerhard Wagner die Übernahme von Fonderie Lorraine. „Wir sorgen selbst für einen Großteil der Auslastung in diesem Jahr.“ Über den Kaufpreis für das Unternehmen, das zuletzt 90 Prozent seines Umsatzes mit der Produktion von Pkw-Getriebe-Teilen und -Gehäusen für ZF erwirtschaftete, sei Stillschweigen vereinbart worden.

Die Honsel-Tochter plant im laufenden Geschäftsjahr mit rund 500 Mitarbeitern einen Umsatz von 45 Millionen Euro und beliefert auch französische Autobauer.

Honsel, mit Sitz im sauerländischen Meschede, ging im Aufschwung das Geld aus. Die Gläubiger hatten im vergangenen Jahr bereits einen Teil ihrer Kredite gegen Kapitalanteile getauscht, neue Verhandlungen mit den Banken scheiterten jedoch. Experten warnen seit langem vor Pleiten im Aufschwung, wenn die Unternehmen zum Kauf von neuen Anlagen, Maschinen oder Vorfinanzierung neuer Aufträge frisches Geld brauchen.

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