Liefermengen zurückgegangen
Lukoil dreht erneut den Ölhahn zu

Die Erdöllieferung durch den russischen Konzern Lukoil an Deutschland sind ein weiteres Mal unterbrochen worden. Bereits im Vorjahr kam es zwischenzeitlich zu Stopps der Versorgung über die Pipeline „Druschba“. Der Grund für die Maßnahme ist einfach – im Gegenzug für das Öl soll mehr Geld nach Russland fließen.

HB MOSKAU. Der russische Erdölkonzern Lukoil hat seine Lieferungen nach Deutschland im Februar erneut gestoppt. Nach Angaben von Rohstoffhändlern will das Unternehmen durch die Unterbrechung bei dem deutschen Generalimporteur für russisches Öl, Sunimex, höhere Preise erzwingen. Ihnen zufolge sollte Lukoil diesen Monat ursprünglich 520 000 Tonnen Öl durch die Pipeline „Druschba“ (Freundschaft) nach Deutschland liefern. Eine Sprecherin des Raffineriebetreibers Total Deutschland bestätigte, dass die Liefermengen in den vergangenen Tagen zurückgegangen seien. Die Raffinerien seien dennoch voll ausgelastet. Auch sei sie zuversichtlich, dass längerfristige Einschnitte bei den Einfuhren aus Russland durch Lieferungen aus anderen Quellen ausgeglichen werden könnten. Händlern zufolge gibt es Gerüchte an den Rohstoffmärkten, dass einige deutsche Raffinerien bereits versuchen, auf dem Seeweg Öl zu importieren.

Der Lieferstopp weckt Erinnerungen an das vergangene Jahr: Im Juli hatte Russland seine Öllieferungen nach Deutschland deutlich gedrosselt, bis sich der Zwischenhändler Sunimex bereiterklärte, mehr Geld für das russische Öl zu zahlen. Einige Monate vorher hatte es zudem einen dreitägigen Lieferstopp gegeben. Dieser löste heftige politische Diskussionen über die Verlässlichkeit der Energielieferungen aus.

Die Druschba-Pipeline verläuft von Russland über Polen und Weißrussland nach Deutschland. Durch die Leitung bezieht die Bundesrepublik etwa ein Fünftel ihres Ölbedarfs.

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