Lieferprobleme bei ICE-Zügen für Spanien
Siemens erlebt neue Pleite in der Bahntechnik

Mit den Lieferschwierigkeiten bei den für die spanische Hochgeschwindigkeitsstrecke von Madrid nach Barcelona bestellten 16 ICE 3-Nachfolgern „Velaro“ hat die Verkehrstechniksparte des Siemens-Konzerns ihre anhaltende Pleiten- und Pannenserie spektakulär ergänzt.

ek DÜSSELDORF. Schon die Inbetriebnahme des ICE 3 auf der Schnellstrecke Köln-Frankfurt geriet nach der Premiere im Sommer 2002 im letzten Jahr im fahrplanmäßigen Betriebsalltag zum Fiasko.

Mittlerweile habe sich der ICE 3 „stabilisiert“, heißt es in Bahnkreisen, von einem fehlerfreien Einsatz könne aber noch keine Rede sein. Vorher habe es – wie jetzt in Spanien – Lieferschwierigkeiten gegeben. Kein Zug der ICE 3-Serie sei pünktlich ausgeliefert worden. Die spanische Bahn Renfe wollte den ersten 350 km/h schnellen „Velaro“ bereits im Oktober 2003 übernehmen.

Sollte Siemens bis zum Oktober 2004 immer noch in Verzug sein, kann spanischen Presseberichten zufolge die Strafe von derzeit zehn Mill. Euro auf 40 Mill. Euro ausgeweitet werden. Das entspricht einem Zehntel des Auftragswertes.

Renfe hatte den Auftrag für die Schnellzüge auf der neuen Strecke halbiert. Ein Konsortium aus Bombardier Transportation und der spanischen Bahntechnikfirma Talgo soll weitere 16 Züge liefern. Nach Angaben eines Bombardier-Sprechers sei die Auslieferung im Plan. Nach ersten Tests würden die Züge ab Januar in Dienst gestellt.

Gleichzeitig sucht Siemens fieberhaft nach einer Lösung für die gravierenden technischen Konstruktionsprobleme bei ihren „Combino“-Straßenbahnen. Bei den rund 400 ausgelieferten Zügen, die weltweit im Einsatz sind, hatten sich Risse in den Aluminium-Wagenkästen gebildet. Eine dauerhafte Lösung sei noch nicht gefunden, erklärte der Konzern diese Woche. Siemens hat wegen der Probleme beim Combino bereits Rückstellungen von 300 Mill. Euro gebildet. Probleme gab es außerdem bei Nahverkehrszügen.

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