Lieferverzögerung beim A380
Poker um Entschädigungen hat begonnen

Die neuen Verzögerungen bei der Auslieferung des doppelstöckigen Großflugzeug drohen Airbus und dessen Mutter EADS teuer zu stehen zu kommen. Der Groll über Probleme des Riesenvogels, die einen Einsatz immer weiter in die Ferne schieben, wächst bei den Airlines. Zudem ist unklar, ob Großkunde Emirates Airlines nicht eine Stornierung seiner Bestellungen erwägt.

HB/ali/ebe/hz/dih DUBAI. Die Fluggesellschaft Emirates Airlines denkt nach Angaben der Nachrichtenagentur ap angesichts der Hängepartei um den Flieger über eine Stornierung der Bestellung von 45 Maschinen nach. „Die Dinge hängen derzeit in der Luft“, erklärte sie in Dubai. Jetzt werde diskutiert, wie weiter mit der Bestellung verfahren werden soll. Bislang sei man offiziell noch gar nicht informiert worden.

Allerdings hat Emirates diesen Agenturbericht zurückgewiesen. „Dieser Bericht ist falsch. Es hat sich nichts geändert. Der Auftrag besteht nach wie vor“, sagte Emirates-Sprecher Boutros Boutros am Donnerstag. Emirates ist mit 43 Bestellungen bei weitem der größte Kunde des A380. Airbus hatte am Morgen eingeräumt, dass es bei dem doppelstöckigen Großraumflugzeug zu weiteren Lieferverzögerungen kommt.

Nach einer Handelsblatt-Umfrage erwischte der Flugzeugbauer die meisten seiner Großkunden mit den neuerlichen Problemen kalt. Offensichtlich hatte Airbus keinen der großen Airlines vorab die neuen Verzögerungen signalisiert. Die wichtigsten Prestigekunden drohen nun endgültig auf die Barrikaden zu gehen und pochen auf ihre Lieferzusagen.

Neben Emirate Airlines bringen die neuen Lieferschwierigkeiten beim A380 vor allem die Fluggesellschaft Singapore Airlines nun schwer in die Klemme. „Wir benötigen die Flugzeuge dringend und sind vollkommen unzufrieden mit dem Produktionsprozess bei Airbus“, sagte ein Sprecher der Fluglinie. Singapore hatte als Erstkunde darauf gesetzt, das Großraumflugzeug zunächst ein halbes Jahr exklusiv am Himmel bewegen zu können, bevor die Konkurrenz erste Maschinen erhält. Doch Experten erwarten, dass Airbus nun wohl versuchen werde, die verspäteten Auslieferungen enger aneinander zu reihen, um den Zeitplan wenigstens teilweise wieder in Ordnung zu bringen.

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